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Freitag, 20. Juli 2018

Vorsicht.... Politische Wahrheiten


Autor: Kai Berger in einer Gruppe bei Fratzelsbuch

Die Wiederbewaffnung des Reichs

Hitler konzentrierte sich so sehr auf die Programme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, zum Wiederaufbau der Wirtschaft und zur gesellschaftlichen Einigung der Nation, dass er der Stärkung der nationalen Verteidigung sehr viel weniger Aufmerksamkeit einräumte. Die Bestimmungen des Versailler Vertrags gestanden Deutschland ein Heer von maximal 100.000 Berufssoldaten mit langfristigen Dienstverträgen zu. Deutschland besaß weder Panzer noch schwere Artillerie noch chemische Waffen, und auch der Besitz einer Luftwaffe war ihm durch den Vertrag untersagt. Nach dem Londoner Ultimatum verboten die Alliierten auch die Herstellung motorisierter Flugzeuge auf deutschem Boden. Dies zwang die führenden Flugzeugproduzenten des Landes, die Firmen Junkers, Dornier und Heinkel, ihre Programme zur Entwicklung neuer Flugzeugtypen in Schweden, der Schweiz oder der UdSSR durchzuführen. Nach dem Ersten Weltkrieg zwangen die Siegermächte die deutsche Flotte, ihre modernen Schiffe in einen britischen Hafen einfahren zu lassen. Die Flotte, deren Mannschaftsbestand auf 15.000 Matrosen verringert worden war, durfte nur noch sechs veraltete Linienschiffe, sechs kleine Kreuzer, zwölf Zerstörer und zwölf Torpedoboote unterhalten. Über Unterseeboote verfügte sie nicht.

Im Juni 1919 hatte der französische Premierminister Georges Clemenceau gesagt:

“Die deutsche Abrüstung stellt gleichzeitig den ersten Schritt zu der allgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der Rüstung dar… Nachdem Deutschland den Weg gezeigt haben wird, werden die alliierten und assoziierten Mächte in voller Sicherheit den gleichen Weg gehen.” (1)

Diese schönen Worte änderten allerdings nichts daran, dass Frankreich, Großbritannien, die USA, Italien, Japan und die Sowjetunion in den zwanziger Jahren wieder in eine Art Wettrüsten eintraten, wobei sie das Schwergewicht auf die Entwicklung der Marine sowie der Luftwaffe legten. Dieser Wortbruch bot Deutschland die moralische Rechtfertigung dafür, sich unter Verletzung des Versailler Vertrags wieder zu bewaffnen.

Aufgrund des geringen Personalbestands und der unzureichenden Bewaffnung seiner Armee besaß Deutschland 1933 so gut wie keine Rüstungsindustrie. Die experimentelle Entwicklung von gepanzerten Fahrzeugen, Artillerie und Kampfflugzeugen musste heimlich betrieben werden, da sie sich nicht mit den Bestimmungen des Versailler Diktatfriedens vereinbaren ließ. Obgleich Ingenieure einige Fabriken auf Waffenproduktion umstellten, unterbreitete Hitler während seiner beiden ersten Amtsjahre Vorschläge für eine internationale Abrüstung. 1933 und 1934 wendete das Reich weniger als vier Prozent seines Staatsaushalts für Verteidigungszwecke auf. Dies entsprach nicht einmal der Hälfte der Rüstungsausgaben Frankreichs, Japans und der UdSSR, die bereits über ein umfangreiches Waffenarsenal verfügten. (2)

Hätte Hitler dies gewollt, so hätte Deutschland bis 1936 ein umfassendes Programm zur Wiederbewaffnung in Gang setzen können. Immerhin waren die Fabriken mittlerweile bis an den Rand ihrer Kapazität ausgelastet, und das Reich besaß eine moderne, effiziente Werkzeugmaschinenindustrie. Auf diesem Sektor kontrollierten die USA und Deutschland zusammen 70% des internationalen Exportmarktes, während sie selbst fast keine Maschinenwerkzeuge importierten. Als man das Jahr 1938 schrieb, verfügte die deutsche Industrie über 1,3 Millionen Werkzeugmaschinen, doppelt so viel wie England. (3) Dem deutschen Heer brachte dies allerdings nur beschränkten Nutzen, weil Hitler der Herstellung von Rüstungsmaterial keine Priorität einräumte.

Die deutsche Industrie konzentrierte sich auf die Anfertigung von Häusern, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, öffentliche Arbeiten sowie die Herstellung von Konsumgegenständen, KdFAutos und Schiffen. Diese Programme erforderten riesige Mengen von Material wie Metallen, Gummi und Holz und konnten nicht ohne eine große Zahl von Facharbeitern verwirklicht werden. Qualifizierte Kaufleute, Ingenieure und Techniker konnten nicht in der Rüstungsindustrie eingesetzt werden. Ein deutscher Historiker folgerte hieraus:

“Die deutsche Wirtschaft hat in den sechseinhalb Jahren bis zum Ausbruch des Krieges Gewaltiges geleistet. Aber die Ergebnisse dieser großen Anstrengung für die Wehrmacht mussten relativ gering bleiben angesichts der an die Wirtschaft gestellten zivilen Forderungen. Neben diesen Forderungen auch noch ein Höchstmaß an Rüstung zu verlangen, hätte eine Überforderung der deutschen Wirtschaft bedeutet.” (4)

Im Gegensatz zu volkstümlichen Vorstellungen besaß das berühmteste in den Friedensjahren des Deutschen Reichs entstandene Bauwerk, die Autobahn, keinerlei strategischen Wert. Der Generalstab war nämlich zum Schluss gelangt, motorisierte Einheiten, die sich auf der Autobahn fortbewegten, würden im Kriegsfall für feindliche Flieger allzu leicht zu entdecken sein und sich bei Beschuss nirgends in Deckung bringen können. (5) In der Vorkriegszeit gab es ohnehin nur wenige motorisierte Truppenverbände, und die Armee war weitgehend auf den Schienentransport angewiesen. Im Gegensatz zu seinen obersten Heereskommandanten Freiherr von Fritsch und Ludwig Beck begriff Hitler die taktische Bedeutung der Panzer in einem künftigen Krieg zwar voll und ganz, widmete der Entwicklung gepanzerter Kampfwagen jedoch nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie den parallel dazu laufenden zivilen Projekten. Ein namhafter Militäranalytiker, Sir Basil Liddel-Hart, meinte:

“Er [Hitler] hatte es zuletzt zu büßen, sie [die Panzerwaffe] nicht noch nachdrücklicher gefördert zu haben.” (6)

Im November 1934 entschied sich das Heereswaffenamt für die Herstellung eines Kampfpanzers mit einer 75-mm-Kanone. Zunächst wurden zwei leicht gepanzerte, rudimentär bewaffnete Typen gefertigt, Panzer I und Panzer II, mit denen die Truppe übte, bis das Kampfmodell einsatzbereit war. In der Zwischenzeit führte die Armee auch den mittelschweren Panzer III ein, der sich als brauchbar für den Einsatz an der Front erwies. Der hauptsächliche Kampfpanzer, Panzer IV, dessen Produktion 1934 in Auftrag gegeben wurde, hatte sich bereits vor Hitlers Machtübernahme in der Planungsphase befunden. Die ersten Exemplare rollten jedoch erst 1936 vom Fließband. In den Jahren 1936 und 1937 stellte die Fabrik in Magdeburg nur gerade 35 Panzer des Typs IV her. 1939 betrug die Zahl 45. (7)

Zum Vergleich: 1936 fertigte die deutsche Automobilindustrie 244.289 Kraftwagen an. In den letzten Friedensmonaten verstärkte die deutsche Wehrmacht ihre wenigen gepanzerten Divisionen mit tschechischen Panzern, die ihr bei der Besetzung von Böhmen und Mähren im März 1939 in die Hände gefallen waren. Die Herstellung einer anderen entscheidend wichtigen Waffe wurde ebenso sträflich vernachlässigt. Im Sommer 1939 produzierten die deutschen Fabriken nur gerade 30 Feldhaubitzen pro Monat. (8) Munition wurde in so geringem Ausmaß hergestellt, dass die Vorräte der Armee bei Kriegsausbruch im September nur gerade für sechs Wochen ausreichten. Die Luftwaffe besaß einen für drei Monate ausreichenden Vorrat an leichten und mittelschweren und keinerlei Reserven an schweren Bomben. Ein ungenügender Vorrat an Munition beeinträchtigt die Kampfkraft einer jeden Truppe selbstverständlich aufs schwerste. Hitler benutzte seine Streitkräfte zuerst als Instrument der Diplomatie. Im Jahre 1938 ließ er gegenüber General Erhard Milch folgende Bemerkung fallen:

“Niemand fragt danach, ob ich Bomben habe, oder wieviel Munition ich habe. Es kommt nur auf die Zahl der Flugzeuge und Geschütze an.” (9)

Im Verlauf des Jahres 1938 produzierte Deutschland weniger als ein Sechstel der Munition, die seine Fabriken im Kriegsjahr 1944 herstellten. General Georg Thomas, Chef des Heereswaffenamts, hielt fest:

“Es muss festgestellt werden, dass Deutschland wirtschaftlich völlig ungenügend vorbereitet in den Krieg gegangen war… Die großen wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen, die für einen neuen Weltkrieg erforderlich gewesen wären, sind praktisch nicht erfolgt.” (10)

Als Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, war seine Flotte weit kleiner als diejenige von Deutschlands Konkurrenten. Zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und 1931 verließen lediglich drei Kriegsschiffe die deutschen Werften, während Frankreich während desselben Zeitraums nicht weniger als 81 Kriegsschiffe baute. (11) Das im Juni 1935 abgeschlossene britisch-deutsche Flottenabkommen legte fest, dass die Stärke der deutschen Flotte (ausschließlich der Unterseeboote) nicht mehr als 35% der Royal Navy betragen durfte. Als etwas über vier Jahre später der Krieg ausbrach, betrug die Tonnage der deutschen Marine aber lediglich 17,5% jener der britischen, also genau die Hälfte des Erlaubten. Die imposanten Schlachtschiffe Bismarck und Tirpitz konnten wegen Stahlmangels erst nach Kriegsbeginn vom Stapel gelassen werden. (12) Der gleichzeitige Bau der KdF-Linienschiffe Wilhelm Gustloff und Robert Ley, der über 50 Millionen Reichsmark kostete, verlief hingegen ohne Verzögerungen.

Mit der Herstellung von Unterseebooten begannen die Werften um 1935. Obwohl diese Waffe potentiell die entscheidendste im deutschen Arsenal sein konnte, wurde ihr nur ein niedriger Prioritätsgrad beigemessen. Im Jahre 1937, in dem die Arbeit an der Wilhelm Gustloff begann, ließen die Werften nur ein einziges U-Boot vom Stapel. Im folgenden Jahr wurden dann immerhin schon neun und 1939 bereits 18 U-Boote fertiggestellt. (13)

Deutschland begann den Krieg mit 22 U-Booten, die fähig waren, in den Atlantik einzufahren, von denen aber jeweils nur ein Drittel die Zielgebiete patrouillieren konnte. Im November 1938 trafen sich führende militärische Befehlshaber mit Hitler, um eine Koordinierung der Wiederbewaffnung zwischen den drei hauptsächlichen Waffengattungen abzusprechen. Ein deutscher Militärhistoriker fasst die Ergebnisse jener Besprechung wie folgt zusammen:

“Rüstungsziele, nach denen sich die Wehrmachtteile zu richten hatten, gab Hitler … nicht vor. Er besaß keinen Plan, auf dessen Verwirklichung hin die Rüstung ausgerichtet werden konnte… Die vage Angabe, dass diese – erst noch festzulegenden – Rüstungsziele in mehreren Jahren verwirklicht werden sollten, lässt nicht darauf schließen, dass Hitler zu diesem Zeitpunkt damit rechnete, sich bereits ein dreiviertel Jahr später im Krieg zu befinden.” (14)

Zwischen September 1937 und Februar 1939 erfüllten deutsche Firmen, die Kontrakte für die Herstellung von Waffen erhielten, lediglich 58,6% ihrer Aufträge. (15) Anno 1938 produzierten knapp 9% der deutschen Industrie Rüstungsgüter. (16) In den letzten Vorkriegsmonaten sowie nach Kriegsbeginn stieg dieser Anteil an und betrug Ende 1939 rund 15%, nach manchen Schätzungen sogar 22%. (Zum Vergleich: Großbritannien wendete im Jahre 1935 bereits 15% und 1938 sogar 38% seines Staatshaushaltes für die Rüstung auf. (17)

Aus diesen Statistiken folgert die Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Anja Bagel-Bohlen:

“Die Rüstung nahm in Wirklichkeit nicht die uneingeschränkte Vorrangstellung in der Wirtschaft ein, wie es den Anschein hatte… Noch im September 1939 hatte Deutschland nicht jene grundlegende Umgestaltung der Wirtschaft in Angriff genommen, die der Krieg möglicherweise notwendig machte, während sie in Großbritannien bereits durchgeführt war… Die deutsche Industrie war auf eine längere Auseinandersetzung mit dem gegnerischen industriellen Potential in keiner Weise vorbereitet… Deutschland begann 1939 einen Krieg, in dem es auf Grund seiner industriellen Voraussetzungen keine Aussicht auf Erfolg haben konnte.” (18)

Auch hinsichtlich ihrer Mannschaftsstärke lag die deutsche Armee weit hinter den anderen Großmächten zurück. 1935 zählte das französische Heer 655.000 Mann, das polnische 298.000 und das tschechische 140.000. Die Sowjetunion hatte 885.000 Mann unter Waffen. Keines dieser Länder war Deutschland wohlgesinnt. Da das Reich seit 15 Jahren keine allgemeine Wehrpflicht mehr kannte, standen ihm auch keine Reservisten zur Verfügung. Unter Reservisten versteht man militärisch ausgebildete Männer, die ins Zivilleben zurückgekehrt sind, im Kriegsfall jedoch wieder zum Heeresdienst einberufen werden können und somit die zahlenmäßige Stärke der Armee über Nacht massiv erhöhen. Frankreich verfügte über 4,5 Millionen, Polen über 3,2 Millionen und die Tschechoslowakei über 1,3 Millionen Reservisten. (19)

Wie bereits erwähnt, setzte Hitler die menschlichen Ressourcen Deutschlands in allererster Linie zur Entwicklung sozialer Programme und nicht zur Behebung des militärischen Ungleichgewichts ein. Laut dem Statistischen Jahrbuch des Deutschen Reiches von 1938 hatten am 31. Januar 1933 insgesamt 113.523 Mann im Heer und in der Marine gedient. Bis Ende desselben Jahres war diese Zahl lediglich auf 122.000 angewachsen. Am 21. März 1935 führte Hitler die allgemeine Wehrpflicht wieder ein, aber die Aushebungen begannen erst im Oktober. Hierdurch gewann die Armee 200.000, die Flotte 10.000 und die neue Luftwaffe 20.000 Rekruten. Bis Ende 1935 hatte die deutsche Wirtschaft 3,6 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Dies beweist, dass die Wiedereinführung der Wehrpflicht nur geringfügig zur Verringerung der Arbeitslosigkeit beitrug.

Der erste Schritt zur Verstärkung der Truppe bestand in der Überstellung von 56.000 Polizisten zu den bewaffneten Streitkräften.

“Die immer wieder vorgebrachte Argumentation, dass Hitler die Arbeitslosen letztendlich nur mittels massiver Aufrüstung der Wehrmacht in Lohn und Brot gebracht hat, ist wissenschaftlich betrachtet nicht haltbar”, urteilt der Historiker Ralf Wittrich. Er fährt fort:

“Bei gewissenhafter Untersuchung wird man zu dem Urteil kommen, dass die Zahlen nichts über die Beseitigung der Arbeitslosigkeit aussagen. Sie sagen auch nicht aus, wie viele Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie zusätzlich geschaffen wurden.” (20)

Diesen Sachverhalt bestätigte kein Geringerer als Hjalmar Schacht, der betonte, dass die Beseitigung der Arbeitslosigkeit in Deutschland ohne die Rüstung gelungen sei. (21)

In ähnlichem Sinne äußert sich der amerikanische Historiker David Schoenbaum, der darauf hinweist, “dass in mancher Hinsicht… die Nationalsozialisten vielmehr eine Friedenswirtschaft mit in den Krieg nahmen, als dass sie zu Friedenszeiten eine Kriegswirtschaft geschaffen hätten”. (22)

In einer ungemein detaillierten Untersuchung halten die US-amerikanischen Professoren William Langer und Everett Gleason fest:

“Auf nazistischen Unterlagen beruhende Nachkriegsstudien zeigen, dass die militärische Macht und die Rüstungsproduktion der Nazis im Jahre 1939 von den Demokratien stark überschätzt wurden. Es besteht heute kaum noch Zweifel daran, dass die Deutschen 1939 in keiner Hinsicht auf einen großen Krieg vorbereitet waren… Sie produzierten weniger Kriegsmaterial als Großbritannien und Frankreich zusammen und besaßen nur äußerst geringe Reserven.” (23)

Obwohl sie vergleichsweise schlecht auf den Krieg vorbereitet waren, besiegten die deutschen Streitkräfte in den ersten Kriegsjahren größere und besser ausgerüstete Armeen. Der beim deutschen Heer übliche Brauch, Offiziere niedrigeren Ranges, angefangen beim Zugführer, zur Entfaltung persönlicher Initiative im Kampf zu ermuntern, verlieh Hitlers Truppen gegenüber der französischen, der britischen und der sowjetischen Armee mit ihrer unflexiblen Kommandostruktur einen entscheidenden Vorteil.                                              Adjutant Julius Schaub schrieb später, der habe den Führer im Gespräch mit seinen engsten Vertrauten oft klagen hören:

“Dieser verfluchte Krieg, der alles zerstört hat, der hat mir meine ganzen Pläne für den Aufbau über den Haufen geworfen.” (24)

Hitler hatte im Ersten Weltkrieg in der Infanterie gedient und war ernsthaft verwundet worden. Seinen militärischen Unterlagen zufolge hatte er an 84 Schlachten teilgenommen. (25) Es mutet recht unwahrscheinlich an, dass ein Mann, der die Verwüstungen, die Entbehrungen und die Sinnlosigkeit eines dermaßen mörderischen Krieges aus eigener Erfahrung kannte, die Nation, für die er gekämpft hatte, zielbewusst und kaltblütig auf ein ähnliches Blutbad vorbereitete, besonders wenn man sich vor Augen hält, wie wenig Aufmerksamkeit er der Wiederbewaffnung anfänglich geschenkt hatte.

Quellen:
(1) - Schultze-Rhonhof, Gerd, Der Krieg, der viele Väter hatte, S. 246.
(2) - Klüver, Max, Vom Klassenkampf zur Volksgemeinschaft, S. 59.
(3) - Klüver, Max, Den Sieg verspielt, S. 87-88.
(4) - Ebenda, S 94.
(5) - Klapdor, Ewald, Der Ostfeldzug 1941, S. 140.
(6) - Liddell-Hart, Basil, Deutsche Generale des Zweiten Weltkrieges, S. 90.
(7) - Klüver, Den Sieg verspielt, S. 113.
(8) - Bagel-Bohlen, Anja, Hitlers industrielle Kriegsvorbereitungen, S. 122.
(9) - Ebenda, S. 116.
(10) - Klüver, Den Sieg verspielt, S. 107.
(11) - Schultze-Rhonhof, Der Krieg, der viele Väter hatte, S. 271.
(12) - Klüver, Den Sieg verspielt, S. 95.
(13) - Bagel-Bohlen, S. 105.
(14) - Schustereit, Hartmut, Vabanque, S. 74.
(15) - Kunert, Dirk, Deutschland im Krieg der Kontinente, S. 32.
(16) - Reinhardt, Fritz, Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit im Dritten Reich,  S. 70.
(17) - Kunert, Deutschland im Krieg der Kontinente, S. 183.
(18) - Bagel-Bohlen, S. 134-135.
(19) - Schultze-Rhonhof, Der Krieg, der viele Väter hatte, S. 252.
(20) - Reinhardt, S. 70.
(21) - Klüver, Vom Klassenkampf zur Volksgemeinschaft, S. 58.
(22) - Schoenbaum, David, Die braune Revolution, S. 138.
(23) - Langer, William und Everett Gleason, The Challenge to Isolation, S. 166.
(24) - Schaub, Julius, In Hitlers Schatten, S. 15-16.
(25) - Kern, Erich, Adolf Hitler und seine Bewegung, S. 48.

Sonntag, 24. Juni 2018

Mal was von untertage. Damals.


Heute ist ein trüber Tag.
Sitze im Stuhl und döse vor mich hin.
Denke an früher.
Natürlich auch an meine Zeit als Bergmann.

Untertage, ach ja, auch das gehört zu meiner Vergangenheit.
Denke oft noch daran zurück.
Mal froh mal etwas weniger. 
Vor allem aber an die Menschen. Wenigstens an manche.
Hier habe ich nun noch einmal etwas altes raus gesucht und überarbeitet.

Es gab z.B. untertage Menschen, die nichts anderes taten, 
um in allen Querschlägen die "Staubbühnen" in Ordnung 
zu halten.
Da waren in regelmässigen Abständen, in einer Höhe von 
ca. 2,50 m, mit Brettern Platformen gebaut.
VonWand zu Wand.
Ca. 1-2 m breit.
Auf diesen lag dann fein gemahlenes Gesteinsstaubmehl.

Die Theroie ging davon aus, das, wenn mal etwas explodierte, die Druckwelle diesen Staub runterriss, verwirbelte und damit "vielleicht" die Explosionstemperatur herabsetzte.
Sollte!
Na, ja. 
Es mag im Versuchsstollen funktioniert haben, ich weiss es nicht, habe auch nie etwas von einer Praktischen Erfahrung gehört.
Immer hin glaubte jeder, und auch ich, fest daran.
Und diese leichte "Bühnen" wurden nun regelmässig gewartet, und immer wieder mit trockenem Staub angehäuft.
Dafür gab es extra Leute.

Untertage ist es nun mal duster.
Wenigstens zu meiner Zeit.
Die Richtstrecken hatten schon elektrisches Licht, aber danach war es Sense.
Auch in den Querschlägen gab es kein Licht.

Wenn also jemand kam, sah man das aus sehr weiter Entfernung, da das Licht des betreffenden sehr weit zu sehen war.
Vor Ort, in der Vorrichtung, ist man meist allein mit seinen 4 oder 5 Kameraden.
Der nächste Mensch kann, vor allem nachts, schon mal 
3-4 Kilometer weiter weg sein.
Ein Funkverbindung oder andere Kommunikation gab es nicht.

Die für uns zuständige Aufsichtsperson besucht nun während ihrer Schicht die einzelnen Arbeitspunkte einmal, sieht zu das und auch was gearbeitet wird, quatscht was, und geht wieder.
Was will er auch da in den 10 Minuten bei uns machen?
Ob wir was tun, ist unsere Sache.
Denn bezahlt wird nur das was am Ende des Monats geleistet war.
Meist wurde gebuttert ( ein Butterbrot gegessen) während seiner Anwesenheit.


Machen wir nichts, gibt es ja auch kein Geld. 
Die nachfolgende Schicht nimmt das mit Sicherheit auch nicht einfach so hin.
Denn vor Ort wird an einem Strang gezogen.
Auch wie wir was machen, ist unsere Sache. 
Es muss nur der offiziellen Lesart entsprechen. 
Ein guter Steiger hielt sich daraus.
Die Situation ändert sich laufend.
Ich denke da z.B. an die Munitionsart die verbraucht wird oder ob Zeit- oder Momentzünder benutzt werden wenn Kohle ansteht.

Der Ortsälteste ist eben der Boss und muss auch für alles was er anordnet, gerade stehen. 
Ergo: Der Steiger kommt, um seine Pflicht zu erfüllen, es wird gebuttert, er geht, und wir sind wieder allein.

Interssant war dabei aber auch, WER kam.
Wenn die "Mollroll" (Steiger Laupitz) kam, wurde das buttern meist seeeehr lang.
Man erkannte ihn schon von ganz weitem an seinem Gang.
Dieser betagte Steiger machte seine letzten Jahre untertage.
Ich glaube er kam aus Warden.
Er hatte noch mehr Bauch als ich heute habe.
Wenn er nun ging, rutschte sein Blitzer immer von links nach rechts über die Halbkugel die er vor sich herschob.
Der Lichtstrahl ging also immer von Stoss zu Stoss.
Daran konnte man ihn erkennen.
Warum Mollroll ?
Beim Ausbau in der Strecke, lag oben im First immer eine dicke Holzrolle von ca. 2,20m länge und 0,40 bis 0,50 cm Durchmesser.
Eben eine "Mollrolle".

Damals, ich war noch Hauer auf einem Drittel. 
460m/S  Senkschacht (13?) war mein Ortsältester ein
 (Dammers, Jupp?) auch aus Warden.
Er war Tambour eines Spielmannzuges dort.
Begeistert, besser schon fanatisch.
Kam nun die Mollroll am Montag, und am Sonntag war irgendwo (immer !) ein Festzug gewesen, ging es dann so ab.

"Glück Auf"
"Da war ich doch gestern in ???????? . Warst du da auch?"
"Na klar"
"Preis gemacht?"
"Klar, den 3. !"
"Watt, den 3. nur, Jupp dat musste mir aber mal zeigen warum de dat versaut hast."
"ja , also. Dat wollt ihr wirklich wissen??? 
Ich zeich et üch mal"

Dann nahm Jupp einen Steinknüppel in die Hand, als Tambourstabersatz. Nahm im Dunkeln des Querschlages Haltung an, riss den Steinknüppel hoch, intoinierte einen Marsch, marschierte dann im Stechschritt los und dirigierte mit seinem Steinknüppel seine imaginäre Trommler- und Pfeifenschar.
So marschierte er, singend und kommandierend im dunkeln die Strecke auf und ab. Wir leuchteten seinen Weg aus.
Dazwischen wurden uns andächtig zuschauenden die Feinheiten erklärt und auch warum es denn nun nur 
der 3. Platz geworden war.
Ein paar provikatorisch eingestreute Bemerkungen liessen ihn regelmässig vergessen wo er war.
Wir hatten eine angenehme längere Pause.
Die Mollroll auch.

In der nächsten Stunde wurde uns dann immer wieder erklärt warum die Schiedsrichter andere und nicht ihn, zum Sieger erklärt hatten.

Dieses spielte sich über sehr lange Zeit so ab.
Aber immer nur wenn die Mollroll kam.

Irgendwann wurde ich dann mal versetzt.


Samstag, 23. Juni 2018

Diese Erde, lebenswert?


Heute ist endlich mal ein trüber Tag.
Zwar kein Regen, aber trüb und herrlicher Wind vom Meer.
Sitzen, träumen, essen. 
Das ist der Tagesablauf. 
Wobei das letztere sich in meinem Lebenshöchstkilowert abzeichnet.
Egal, auch da muss man durch. 
Essen ist immer noch das zweitschönste auf der Welt für mich.
Träumen?
Na sagen wir mal, nachdenken.

Inspiriert durch die Meldungen und Kommentare auf Fratzelsbuch (dort bin z.Zt. mal  nicht gesperrt, aber dafür werden  meine Kommentare in einer bestimmten Gruppe regelmässig sofort gelöscht) denke ich so an Deutschland.
Ähnlich Heinrich Heine.
Nur, ich denke auch, das wir Deutsche so irgendwie/wo noch in einem Wahn leben.
WIR sind die grössten.
WIR sind die fleissigsten.
WIR sind die reichsten.
WIR sind die intelligentesten.
WIR retten die Welt.
Usw.

Sehen wir uns doch einmal ein paar Fakten an.
Die Menschheit hat sich seit dem Jahre 1800 um 700% erhöht und potenziert sich weiter.
Es gibt auf Erden nur ca. 6% weisse Menschen !!!!!, und diese erst seit ca. 6000 Jahren. 
Menschen selbst, gibt es aber schon seit 2,3 Millionen Jahre hier.
WIR Deutsche sind davon EIN Prozent!!!!!  der Weltbevölkerung. 
Stehen an 16. Stelle der Weltbevölkerung.
Flächenmässig stehen wir an 63. Stelle auf dieser Kugel.

Und hier im Land selbst?
Hier wohnen auf dem qkm 226 Menschen.
Die Industrie, auf die wir immer so stolz sind, gehört zum grössten Teil nicht mehr uns. Alle Schlüsselindustrien sind in fremder Hand oder werden anteilmässig beherrscht.
Die grossen Firmen haben alle ihre Zweigwerke im Ausland.
Zweigwerke? Diese produzieren mehr als die Stammwerke, werden von den dortigen Ländern kontrolliert und beherrscht. Hier ist meist nur noch der Stammsitz und der Name.

Deutschland selbst wird von wenigen Leuten beherrscht.
Was wir essen, bestimmen einige Familien, denn man kann nur das kaufen, was einem angeboten wird.
Wer weiss schon, das z.B REWE das grösste Unternehmen ist?
Dazu gehören u.a. Billa, Bipa, DER, Penny, Sky, Toom, Nahkauf und andere.
Oder EDEKA ?
Netto, Spar, Globus, C&C, Plus, Kaiser, Garant, Super 2000 u.a.
Dann die Grossdiscounter Aldi  oder Lidl mit seinen Kaufland Häusern.

Wer dabei glaubt, das er sein Leben so gestaltet wie er es möchte, irrt sich aber gewaltig.
Alles was angeboten und auch  dann gekauft wird, bestimmen einige wenige Konzerne.

In der Medienlandschaft ist es noch schlimmer.
Ich denke da an den schwarzen Engel, die Familie Springer.
Im Moment ist eine Frau an der Spitze, Duzfreundin von Angelina Merkel, Arbeitgeberin des Mannes von Merkel, 
(er leitet die Zensur und Spionagefirma die im Auftrag der Regierung handelt... und bezahlt wird)
Wiki ist fest in Amerikanischen Händen und beeinflusst hier alle politischen Meinungen und Ansichten. (auch die Geschichte unseres Landes. Man kann nämlich die auch durch Unterlassungen manipulieren) 
Und wer dann noch glaubt, ein freier Bürger in einem freien Land zu sein, dessen Vorstellungen sind von dem, was ich mir vorstelle, Meilenweit entfernt.
Diese Machkonzentration innerhalb der Wirtschaft und der Medien war auch im dritten Reich, in einer Diktatur, nicht grösser.

Das schlimmer für mich  ist, das die Menschen glauben intelligent zu sein.
Dabei zeigen Studien, dass der Intelligenzquotient laufend abnimmt.
Man suggeriert den Menschen ein, wenn du die richtigen Knöpfe irgendwo drückst, bist du gut und schlau.
Schon in der Schule, bei Test oder Prüfungen, wird dir ein Fragebogen vorgelegt. 
Dort musst du nur eines von zwei oder drei Feldern ankreuzen. 
Wenn richtig, gewonnen oder bestanden.
Das bedeutet, auch ein Affe könnte nach dem Zufallsprinzip eine Prüfung bestehen.

Alles aber gehört zu der Aufgabe.
Wie führe ich eine riesige Menge Menschen?
Man muss sie gleichschalten und manipulieren. 
Allein die Versorgung muss gleichgeschaltet werden.
Kleidergrössen werden rationalisiert.
M,S,L,X reicht. Passt immer. Schulterstücke hängen runter, Taille schlappert. Egal, ist eben „in“oder „cool“. 
Früher sagte man: Schlecht gekleidet. Heute sind zerrissene Jeans eben „in“

Auch die Konditionierung beim Discounter klappt.
Kaum einer weiss noch wie eine Tomate schmeckt oder das jede Wurstsorte einen anderen Geschmack hat?
Kaffee wird im Plastikbecher auf der Strasse getrunken.
Usw, usw.
Alles dient nur dem einen Zweck.
Der Gleichschaltung der Massen.
Es gelingt auch.
Es braucht immer nur ein oder zwei Generationen. 
Dann entfällt der  Vergleichsmassstab.

Damit niemand nachdenkt muss man das Volk beschäftigen und eine gewisse Menge davon in seinem Sinne manipulieren.

Ich denke da so an die ewigen, unbelehrbaren Parteisoldaten vornehmlich der SPD, die immer noch im Wahn leben, diese Partei würde für den Arbeiter da sein. 
Genau so wie die Gewerkschaften. 
Zahnlose Tiger ohne Daseinsberechtigung. 

Oder an die manipulierten Gutmenschen und Teddybärwerfer die es immer noch nicht geschafft haben einmal die Tatsachen in ihr Denkschema ein zu bauen.

Dazu kommen die Umweltschützer. Auch denen ist es nicht zu vermitteln , das sie nur einer gewaltigen Geldvermehrungsmaschine aufsitzen und statt die Umwelt zu schonen diese zusätzlich vernichten. 
(Stichwort Wasserverbrauch. Oder E-Autos deren Accus  wahrscheinlich von der Sonne aufgeladen werden)
All dies gehört zu der grossen Verasche die wenige angeleiert haben.
Warum eigentlich?
Noch mehr Geld und Spass an der Macht.
In Wirklichkeit sind es geistige Verbrecher, die es geschafft haben andere Menschen in ihre Gedankenspiele mit ein zu bauen.

Die ganze politische Frage mit Militär und Krieg habe ich bewusst ausgelassen.
Denn das ist ein Kapitel für sich. 

Mein negatives Fazit:
Wir leben auf einem wunderschönen blauen Planeten, nur leider sind auch Menschen darauf.
  
Meine positive Aussicht:
Diese Menschheit vernichtet sich selbst. 
Nicht sofort, aber  in absehbarer Zeit.
Dann wird es schön auf dieser Welt.
Nur leider werde ich es nicht mehr erleben.




Donnerstag, 14. Juni 2018

Pflegenotstand? Ich weiss nicht...


Wieder sitze ich träumend im Stuhl.
Meine Gedanken wandern wieder einmal zurück.
Ich erinnere mich an die Nachkriegszeit.

Stichwort: Pflege.
Niemand wollte damals kranke Menschen  pflegen.
Es wurden dann Ausländer angeworben um in Deutschen Krankenhäusern zu arbeiten.
Dann kam man auf die Idee, das man vielleicht doch einfach nur mehr bezahlen müsste.
Heute ist der Beruf einer Krankenschwester gut bezahlt, aber immer noch geht die Mär von der schlechten Bezahlung um.
Nur diesmal verlagert sich das Thema auf die externen Pflegekräfte..
In wieweit das heute auf diese damalige Situation auch zutrifft, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich weiss nur, das es  heutzutage eine Unmenge von privaten Firmen gibt, die sich alle eine goldene Nase an der Pflege verdienen.
Wie man sieht, also ein Dauerthema.
Nur es wird nie gelöst, oder ist es  vielleicht ein gewolltes politisches Thema?

So ganz versteh ich die Problematik aber auch nicht.

Vor allem sind mir die Richtlinien zu schwimmend.
Alles ist haargenau reglementiert.
Ich denke es wird mehr Verwaltungsaufwand betrieben als geholfen.
Nur, da ist auch noch eine Grauzone die man einfach nicht zur Kenntnis nehmen will.   
WER bekommt eigentlich eine Pflegestufe? 
"Alle diejenigen, die für mindestens 45 Minuten pro Tag fremde Hilfe benötigen.
Sei es um zur Toilette zu gehen oder beim anziehen oder beim Haare kämmen."
Wie soll das eigentlich gehen?
Wird da gemessen wie lange ich kacke??
Wenn ich nicht mehr allein zur Toilette gehen kann, bin ich Bettlägerig.
Also ein Pflegefall.
Basta.
Wenn ich aber zur Toilette noch allein gehen kann, 
Haare kämmen auch noch, ich aber nicht mehr allein einkaufen gehen kann, dann wird das nicht berücksichtigt.
Wer kocht eigentlich für mich? Laufen kann man noch, aber auch die Kartoffeln in der Hand fest zu halten ist schwierig.
Das aber hat mit einer Zeit oder Dauer nichts zu tun.

Wenn ich weiterhin sehe, das es eine Unzahl von Menschen mit einer Pflegestufe gibt, die zwar 10 Stunden am Tag im Internet sind, Jede Woche ihren Rasen selbst mähen,jede Woche ihren Seniorennachmittag besuchen, aber denen morgens die Tabletten zurecht gelegt werden oder der Zucker gemessen wird, dann scheint mir die Bedürftigkeit doch mit verschiedenen Augen gemessen zu sein.
Ich denke, das, wenn ich meinen Computer bedienen kann, ich mir auch merken kann, welche Tabletten ich schlucken muss. 
Oder benötigt man hier das Vitamin "B"? (Beziehungen) um irgendwo/wie in die Schemata eingereiht zu werden?
Für jede selbstverständliche Handreichung erscheint eine neue Kraft.
Ist DAS notwendig?

Andererseits gibt es aber auch Leute wo die Nachbarschaft von allein, ohne Entgelt, hilft.
Diese Menschen sind für die Pflegedienste aber nicht existent.
Nicht umsonst findet man oft alte Menschen nach Wochen tot in ihrer Wohnung.
Sind Angehörige vorhanden, mag es mit der Betreuung ja noch gehen.
Aber wieviel sind allein stehend?
Wer kennt die???
Wer kümmert sich um die?

Diese Grauzone von Menschen die zwar noch relativ rüstig sind, aber eben doch  alt und in ihrer Bewegung eingeschränkt, diese werden vergessen.
Diese haben auch keine Lobby.

Dieser ganze Pflegerummel ist eine einzige Gelddruckmaschine.
Es läuft alles wie geschmiert, man fühlt sich wichtig und unentbehrlich. 
Es ist auch das wöchentliche Thema in den Medien.
Jeder Politiker spricht von den Pflegekräften aber niemand von denen, denen man helfen sollte.
Vielleicht sollte man mal mehr praktisch nachdenken, besser helfen und dabei nicht einmal mehr Geld ausgeben.

Ältere Menschen werden von dieser ganzen Pflegemechanerie nämlich nicht erfasst.
Es sei denn, sie können sich den Hintern nicht mehr selbst abwischen.
Können sie es noch, dann hilf dir eben selbst.
Niemand ist für sie da.
Da gibt es doch aber in aber jeder Stadt und Gemeinde z.B. Seniorenbeauftragte.
Ich kenne meine, in meiner Gemeinde  z. B. nicht.
Dabei bin ich einer, wenn nicht sogar der Älteste, in meinem Ort.
Wohlgemerkt, ich komme schon zurecht, aber andere auch????????
Wie wäre es denn, wenn diese öffentlich bezahlten Kräfte  während  ihrer Dienstzeit so ein oder zwei mal im Jahr ihre älteren Mitbürger besuchen würden?
Mal fragt: 
Wie gehts? Wo drückt der Schuh? Gibt es Probleme?
Wie leicht könnten sie das Problem  Finanzamt telefonisch lösen ohne das der Ältere sich selber in die nächste Stadt bemühen muss?
Taxi ist zu teuer, also eigener PKW.
"Wieder so ein Alter am Steuer!"
Oder auch sehen, das die Fenster nach Jahren auch mal geputzt werden müssten?
Vielleicht steht der Sessel oder die Couch nicht richtig? 
(So etwas kann man im Alter nun mal nicht mehr allein) 
Oder sollte sie mal dem Doktor sagen, achte mal auf etwas. Ältere Menschen erzählen nicht ungefragt dem Arzt alles.
Das Hauptproblem aber.
Lebensmittel einkaufen.
Auf die örtlichen Geschäfte einwirken, das  die einen Lieferdienst installieren. 
Auch das käme der Gemeinde wieder zu Gute. 
Einzelhändler jammern immer über  den online Handel.
Ja, Leute bewegt euren Arsch etwas, dann brauch ich nicht mir meine Kartoffeln oder das Gemüse von Hamburg in den Bayrischen Wald per Post schicken zu lassen.

All diese Dinge erledigte früher ein Blockwart, die NSV oder die Frauenschaft. Nur das waren ja die "pösen".
Komisch, diese Probleme gab es früher aber auch nicht.

Heute ist diese, im Sinne der Pflegestufe, noch relativ rüstige Altersgruppe, in die Vergessenheit geraten.
Es gäbe viel zu tun.
Aber nein, ich höre täglich von den Politikern:
Wir müssen viel mehr Geld für die Pflege ausgeben, neue Formulare ausdenken, Statistiken erstellen und viiiel mehr Stellen schaffen.
Nur mal irgend jemanden praktisch helfen und unter die Arme greifen, das ist nicht im Kalkül.
Dabei denke ich auch, mancher Alte würde sich lieber gern mal 15 Minuten unterhalten und seine Sicht der Dinge kund tun und dafür sich die Pampers am Arsch  selber wechseln.

All dies versuchte vor Jahren mal eine Partei, die Grauen Panther. 
Leider scheint das nicht geklappt zu haben.
Dabei  wäre die von mir angesprochene Gruppe ein ernst zu nehmendes Wählerpotential.
Vielleicht gründe ich mal selbst eine solche Partei.
Wenn auch nur um eine Gruppe von Menschen ins Tagesgeschäft ein zu bringen die es verdient haben.

Denn IHR ALLE könnt nur in der Gegenwart leben, weil es UNS, die Vergangenheit, gibt.






Freitag, 8. Juni 2018

Nicht die Römer spinnen, sondern Fratzelsbuch


So, nun habe ich, weil ich etwas zitierte was irgend welchen Politclowns bei Facebook nicht gefiel, meine 3 Tage Total Sperre abgesessen.
Ich kam mir wie früher in der Schule vor. 
Hatte ich damals etwas nicht so wortgetreu wiederholt, wie mein Pauker es wollte, wurde ich an die Wand gestellt.
Damals lernte ich so meine Physik: "Druck erzeugt Gegendruck"

Außerdem lernte ich aber auch Strafen zu akzeptieren.
Wenn sie denn rechtens waren !
Nur leider hat sich mein Bewusstsein, was rechtens ist, auch geschärft und verändert.

Meine Sperre hier auf Fratzelsbuch war nicht rechtens.
Denn ich habe nur etwas zitiert was öffentlich überall nachlesbar ist.

Nun gut, die 3 Tage sind abgelaufen.
Ich habe mich eben wieder eingewählt.
Konnte etwas lesen, aber ansonsten nichts.

Nicht kommentieren oder schreiben.

Nun kommt der Hammer.
Es wurde mir mitgeteilt, das meine Sperre NOCH 3 Tage anhält.
Grund unbekannt, ich habe ja nichts neues schreiben können.
Und  nun :
"Wenn Sie meinen wir haben einen Fehler gemacht, bitte füllen sie das Formular aus und senden es an uns."

Gemacht, abgesendet.

"Es tut uns leid, da sie ja nichts schreiben dürfen können sie das Formular auch nicht absenden."

??????????????????????????

Bisher habe ich immer gedacht, das die bei Fratzelsbuch übereifrige Spinner sind.
Jetzt weiß ich, das es auch Idioten sind.
Denn so etwas beklopptes kann nur ein Volltrottel anordnen.
Schreiben Sie uns, aber Sie können es nicht absenden.

Ich lache im Moment noch darüber.
Werde aber in Zukunft dieses künstliche Gebilde, was die geistige Heimat vieler ist, nur noch als Witzblatt ansehen.

Im übrigen.
Sollte im  Hintergrund eine geistige Umerziehung stehen, so vergesst das bitte.
MICH erzieht NIEMAND mehr um.
Meine Lebenserfahrung reicht mir um Euch alle zu erkennen was IHR wollt.
Auch hierbei gilt einer meiner alten Grundsätze:

"Was schert es einer Deutschen Eiche, wenn sich eine Sau an ihr kratzt?"

Nun mal sehen, wie lange ich brauche um wieder gesperrt zu werden.
Ich glaube, ich muss doch noch dem Ratschlag von Fratzelsbuch folgen und mir ein neues, anonymes Profil zu zu legen.

Spinnerei.







Donnerstag, 7. Juni 2018

„Kötztinger Zeitung“ vom 6.6.2018


Da sitze ich nun, wie jeden Morgen,  beim Frühstück und lese, auch im Urlaub, meine Zeitung.
Natürlich die aus meiner neuen Heimat.
Die „Kötztinger Zeitung“
Wie immer.
Viel blabla, wenig Politik, etwas mehr Kommunales, 
der Rest kirchliche, oder darauf bezogene Nachrichten.
Jo mai, man is halt in Bayern wo die Kirche zum Leben dazu gehört.

Auf Seite 37 nun ein Artikel, der mich, als alten Genealogen, sofort anspricht.
„Eine Spurensuche“
Eine Jüdin (Chana Weiss), reist erstmals seit 1947 in ihren Geburtsort Deggendorf.

An sich nichts besonderes. 
Oder doch?
Mir schiesst so der Gedanke durch den Kopf, nach dem Krieg geboren, und erst jetzt das erste mal nach Deutschland?
Warum nicht in den ganzen vergangenen 70 Jahren ?
Lesen wir doch  mal, was da so steht.

Vieles, was da steht,  macht mich stutzig, geht mir einfach nicht in den Sinn.
Entweder verstehe ich vieles nicht oder es stimmt eben nicht.
Ich habe schon viele dieser Geschichten gelesen. 
Meist waren sie ähnlich aufgebaut und für mich oft unlogisch.
Was mich daran stört, ist nicht das man so etwas schreibt, sondern das sehr viele Menschen das lesen und es akzeptieren ohne Rückfragen zu stellen oder wenigstens sich mit der Geschichte zu identifizieren. 
Genau das ist in der allgemeinen politischen Berichterstattung, vor allem was das Schicksal von Juden anbelangt, immer wieder zu beobachten.
Da wird irgendetwas geschrieben, als Tatsache hingenommen und weiter erzählt.
Meist unlogisch, falsch, unglaubwürdig oder zumindest unverständlich und niemand stellt es in Frage.  

Mal so kleine Ausschnitte aus diesem Artikel:
(wörtliche Übertragung)
„wie durch ein Wunder haben ihre Eltern KZ-Lager und Todesmärsche überlebt“
Ach nun, das "Wunder" geschah sehr, sehr oft.

„Sie verharrte sprachlos, als sie den Ort ihrer Kindheit besuchte. ...... sie kann sich noch an die schwere Zeit ihrer Kindheit in Deggendorf erinnern“ 
Moment mal.
Sie wurde September 1946 geboren. 
Schon 1947 machte sich die Familie auf den Weg  nach Palästina.
Ein Wunderkind also. 
Oder kann sich  noch jemand an sein erstes Lebensjahr erinnern?
Was für eine schwere Kindheit?
1946/7 war es für alle schwer.
Immerhin scheint sie ja die ersten Monate ein sehr aufgeschlossenes Kind gewesen zu sein wenn sie all das behalten hat.

„Bis 1947 blieb die junge Familie in der Donaustadt, dann machten sie sich auf den Weg nach Palästina..............das die letzte Zuflucht darstellte“
Warum „letzte Zuflucht?“
1947 hatte kein Jude in Deutschland etwas zu befürchten.
Niemand vertrieb sie.
Im Gegenteil, sie waren die bevorzugten Bürger dieses Landes geworden.
Wenn sie auswandern wollten war das ihr persönlicher Wunsch und eigene Entscheidung.

„ Der Weg war voller Gefahren und Hindernisse. Ihr Vater hat sie auf den Schultern über den über 2600 hohen Krimmler Tauernpass getragen, bis man nach mehreren Wochen in Italien ein Schiff bestieg“ 
Warum zu Fuss?
Ein Kind das ein Jahr alt ist, Tage oder gar Wochen, auf den Schultern durch die Berge getragen? 
1947 fuhren alle Verkehrsmittel.
Vielleicht kein Geld? Wie dann das Schiff bezahlen?

Palästina nahm sie nun nicht auf und sie wurden in ein Internierungslager auf der Insel Zypern gebracht. In der Zwischenzeit hat Chana Würzberg (ihr Geburtsname) einen Erinnerungsband über ihre Internierungszeit auf Zypern veröffentlicht. 
Warum auch nicht? Erinnerungen wird es viele von dort geben. Denn damals war sie ja nun schon etwas über ein Jahr alt und kann sich sicherlich genau noch an alles erinnern um darüber ein Buch zu schreiben.

Sie hat dann vor rd. 50 Jahren geheiratet. Auch einen Mann, der wie ein Wunder die Kz Lager Auschwitz und Theresienstadt überlebt hat.
Das Alter ihres Mannes wird nicht erwähnt. 

Nun will sie in Kürze ein Buch über die Erlebnisse in ihrer Geburtsstadt Deggendorf veröffentlichen. All das, was sie im 1. Lebensjahr dort erlebt hat.

Es mag vieles oder gar alles stimmen.
Es ist mir bei der Lektüre dieses Artikels wieder einmal wie immer ergangen.
Warum hinterfragt niemand solche Geschichtchen?
Warum wird immer alles was aus dieser  Richtung kommt kommentarlos geschluckt?
Interessiert das niemanden oder merkt es niemand wegen Mangel am Denkvermögen?
Oder sollte ICH etwas nicht richtig verstehen?
Kann ja sein das ich alt werde, aber ich bin immer noch lernfähig. Leider aber auch noch nicht dement.

Und wenn ich nun weiter sinniere, genau so sind die Mehrzahl aller dieser Geschichtchen zu sehen.
Es fehlt ihnen irgendwie an Logik und Nachvollziehbarkeit.
Und genau darauf baut auch dieser ewig uns angehängte Schuldkomplex auf.
DIESE Armen.
WIR Bösen.
WIR Schuldigen.

Damit niemand mich missversteht.
Mein ewiger Satz:

Es war alles so, nur etwas anders.

Die Wahrheit allein ist schlimm genug, warum dann immer noch diese geistigen Manipulationen?
Was bezweckt man eigentlich damit?
Wo liegt der Sinn nicht nachvollziehbaren Geschichtchen?

ICH kann dieser Erzählung in der Zeitung nur ein müdes Lächeln abgewinnen.
Noch nicht einmal Interesse.
Das mögen unkritische Gutmenschen zeigen.