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Montag, 22. April 2019

Träumer (Der Alte am Fenster)


Heute ist nun Ostermontag.
Ein Traumwetter.
Eine Traumlandschaft.
Keine Zeitungen.
Ich an meinem Fenster.
Das Pad auf den Knien und..........

Schon bin ich in der Wirklichkeit.
Mord, Totschlag, Attentate, Überfälle usw.

Was war es früher schöner.
Wirklich?
War früher wirklich alles schöner, friedfertiger?
Oder hat sich nur gnädig der Schleier des Vergessens über vieles gelegt?
Wenn man mal in sich geht, kommt neben den schönen Erinnerungen auch manches negative wieder an die Oberfläche.
Dazu kommt noch, das wir früher jünger waren, andere Prioritäten gesetzt hatten.
Man war jung, optimistisch und vorwärts blickend.
Heute, im Alter, etwas bescheidener.
Heute haben wir begriffen, das alles endlich ist.

Noch etwas.
Heute geht eine Horrormeldung in Sekunden um den Erdball.
Die Technik macht es möglich.
Wenn ich da so an meine Jugend denke.
Es gab kein Telefon, kaum Radio, kein Handy oder Internet.
Eine Zeitung war ein Luxus. Da musste man auf die Strasse gehen. Dort hing dann jeden Tag in einem Schaukasten die neueste Ausgabe.
Ich denke mal, das früher genau so viel passierte wie heute, nur wir wurden dessen nicht gewahr. 

Man beschäftigte sich auch nicht so viel mit dem was in der Welt passierte.
Dafür war sein eigenes Leben und was damit zusammen hing viel wichtiger.
Was heute unvorstellbar ist weil der Staat ja alles regelt, der Überlebenskampf, im wahrsten Sinne des Wortes, war der tägliche Begleiter.

Was war oder ist denn nun besser?
Ich denke da als Beispiel gerade so an das Krankenhaus.
Da liegt ein geistig bescheidener Mensch.
Er vertraut dem Professor, hängt an dessen Lippen und hört von dem wie gut es ihm geht. Auch wenn er kurz vor dem sterben ist.
Er ist zufrieden und glücklich.
Daneben liegt ein hellwacher Geist.
Der sieht schon am Mienenspiel des Professors das etwas nicht da ganz in Ordnung ist. Auch wenn es gar nicht tragisch ist.
Er macht sich Sorgen und ist unglücklich.
Wer ist denn nun besser dran?
Der, der alles weiss und begreift?
Oder der, der in den Tag hinein lebt und an nichts böses denkt?

So sehe ich es auch heute im wirklichen Leben.
Viel oder alles wissen ist überhaupt nicht gut.
Es schafft Unruhe und Unsicherheit.
Man sollte viel mehr die Augen und Ohren vor vielem verschliessen oder einfach nicht zur Kenntnis nehmen.
Man ist ruhiger und zufriedener.
Denn ändern am Ablauf der kommen Dinge und Geschehnisse können wir allemal nichts.
Nur hinnehmen.

Wer da glaubt selbst in das Schicksal seines Lebens oder dem Ablauf desselben eingreifen oder ändern zu können, ist ein Träumer.
????????????

Ach, eigentlich ist es doch auch schön ein Träumer zu sein.
Ich glaube ich bin nämlich auch einer.
Bei aller Einsicht in die Realität, träume auch ich.

Lasst mir meine eigene Welt .
Bitte.


Samstag, 20. April 2019

Notre Dame (Der Alte am Fenster)


Wenn ich so etwas nach rechts schaue, sehe ich den Kirchturm meiner Gemeinde.
Inmitten des kleinen Ortsteils reckt er sich, alles überragend, gen Himmel.
Kein Rauch, oder sogar offenes Feuer, steigt empor.
Sollte ich sagen, NOCH nicht?

Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, aber das im Moment so viele christliche Kirchen brennen, in vielen Ländern, man kaum davon etwas in der Presse liest und das, nachdem die alle hunderte von Jahren ohne Schaden so gestanden haben, gibt mir doch zu denken.

Da habe ich vor ein paar Tagen ein Video gesehen.
Da ist ein Unternehmer.
Er hat in seinem Lagerbestand alte Balken aus dem
17. Jahrhundert.
Er behauptet nun, dass dieses alte Holz so ausgetrocknet ist, dass man es kaum zum brennen bringen könnte.
Zum Beweis dafür macht er folgende Experimente:
Er versucht es:
1.) mit Grillanzünder.
2.) mit aufgeschichtetem Kleinholz.
3.) loses Holz mit Benzin übergossen.
4.) mit einem Schweissbrenner.
5.) mit einer offen Flamme (Lötlampe) 
ich weiss nicht womit noch.
Das alles immer ca. 10 Minuten auf eine Stelle haltend.
Das einzige was war, eine schwarze verkohlte Stelle.
Auch draussen mit Wind war es nicht anders.
Zum Schluss fordert er alle Zuschauer auf, ihm etwas zu zeigen, was einen alten Balken in Brand setzen könnte.

Auf Notre Dame bezogen.
Wie sollte dieses Höllenfeuer eigentlich entstanden sein?
Wodurch?
Da liegen keine alten Kabel aus dem 12. Jahrhundert.
Es genügt auch kein Funkenflug.
Der ganze Dachstuhl ist elektronisch abgesichert.

Nehmen wir mal an, an einer Stelle hätte es vielleicht doch geklappt.
Wie lange braucht es, um dann einen GANZEN Dachstuhl in Brand zu setzen?
Bei mir gehen die Rauchmelder schon an, wenn ich Bratkartoffeln mache und nicht aufpasse.

Die 12 Heiligen waren entfernt. (und somit gesichert)
Warum alle 12 auf einmal?
Warum nicht erst einer, denn das dauert Monate lang, den restaurieren, dann den nächsten?

Dann lese ich, (Chefarchitekt von der Kirche) dass die Renovierungsarbeiten noch gar nicht begonnen hätten und auch ganz woanders beginnen sollten.

Ich kann mir nicht helfen.
Nach einem Brand stinkt es.
Dieser Brand stinkt schon VOR dem Ausbruch.

Irgendwie stinkt mir das auch alles auf eine ganz andere Art.
Mein innerer Frieden ist (wieder einmal) gestört.
Man kann doch, verflucht noch mal, nicht hinter jedem ungewöhnlichen Ereignis gleich ein Attentat oder eine Verschwörung sehen.
Man kann, darf und sollte es nicht.
Allein wegen der inneren Ruhe und des sich gut fühlenden nicht.
Aber warum kann ICH es nicht?
Warum geht mir, wie damals in den USA, immer so vieles, merkwürdiges durch den Kopf das auch nie eine vernünftige Erklärung findet?
Warum wollen mir die Medien immer etwas erzählen was nicht stimmt?
Spinne ich oder wird ein Spiel getrieben was wir alle nicht merken?

Ich fühle mich total verunsichert.
Das ist ganz schlecht!!!!!!!!!

Freitag, 19. April 2019

Alles freiwillig (Der Alte am Fenster)


DER ALTE AM FENSTER.
Ja, heute sitze ich auch an meinem Fenster.
Mein Kopf ist aber auf „inaktiv“ geschaltet.
Freiwillig.


Heute ist Karfreitag.
Für viele Menschen, insbesondere bei den Bayern ist dies ein ganz besonderer Tag.
Ich selbst bin Atheist, darum ist mir das alles völlig fremd.
Gleichwohl habe ich bei den Christen zu respektieren das sie eben anders ticken als ich.
Mach ich auch.
Freiwillig.

Nun, es belastet mich doch schon etwas dass heute kein Fleisch gegessen wird.
Denn essen macht Spass und ist das zweitschönste im Leben.
Aber, ob wir nun am Freitag oder am Dienstag Fisch essen, ist doch auch egal.
Darum komme ich damit ganz gut klar.
Freiwillig.

Aber auch manches andere ist nun eben heute nicht gang und gäbe.
Dafür werde ich von einem wunderschönen Tag beim Ausblick aus meinem Fenster belohnt.
Und um das ganze voll zu machen:
„Heute wird sich nicht geärgert“
Nicht privat und nicht bei Fratzelsbuch.
Habe ich mir vor genommen.
Freiwillig.

Wäre schön wenn heute in allen Familien die das hier vielleicht lesen es auch so gehandhabt würde.
Freiwillig.

Geniessen wir doch den Tag in Frieden und Freude.

(Beinahe hätte ich AMEN geschrieben )))))))))

Nachtrag.
Doch etwas fiel mir auf.
Die Tageszeitung ist heute besonders dick.
Natürlich viele kirchliche Artikel (nicht Nachrichten) aber auch unzählige Werbeinserate.
Auf jeder Anzeige ist ein Mann, Frau oder Diverses (wie erkenne ich die/der/das eigentlich?) zu sehen, die stark pigmentiert sind. (Neger darf man ja nicht mehr schreiben).
Alle wollen mir was verkaufen.
Ich bin ein Deutscher und weiss.
Vielleicht wollen die nun unsere neuen Mitbürger mit diesen Anzeigen ansprechen?
Dürfen sie.
Ich habe für mich beschlossen diese Anzeigen nicht mehr zu lesen.
Freiwillig.

Donnerstag, 18. April 2019

Was ist denn nun gut und richtig? (Der Alte am Fenster)


Ach Gott mein Fenster.
Ob es magisch ist?
Ob es mir dumme Gedanken aufzwingt? 
Ob mir das Fenster die reale Welt verschliesst oder erst öffnet?
Ich weiss es wirklich nicht.

Da lese ich nun täglich:
„Es lebe die Demokratie“
„Kampf der Diktatur“
Leider hat man vergessen mir diese beiden Begriffe einmal richtig zu erklären.
Nicht das geschwollene und theoretische. 
Ich bin nun mal ein ungebildeter, dummer, alter Bürger.
Darum auch immer wieder bei mir diese völlig falschen (?) Vorstellungen und Gedanken.
Diktatur und Demokratie sind also zwei konträre Herrschaftsformen. 
Ok.
Das erstere: Da sagt einer was und alle gehorchen.
Das zweitere: Da sagt keiner was, und alle machen was sie wollen.
Kann ja wohl nicht sein, scheinbar sehe ich hier wieder einmal alles falsch.

Wer klärt mich denn nun auf?
Ich denke da einmal.
Da ist eine Firma. Ein Chef und 100 Mann.
ER sagt was die 100 Mann machen sollen.
Also eine reine Diktatur.
Unmöglich also. 

Oder.
Da ist eine Regierung.
Alle sagen was zu machen ist, und keiner führt es aus.
(jeder ist ja frei in seinen Entscheidungen.) 
Das wäre Demokratie. 
Auch unmöglich.

Ich weiss nun wirklich nicht mehr weiter.
Es muss irgendwo/wann eine dringende Entscheidung getroffen werden.
Also so! 
Einer sagt: SO wird es gemacht. Also Diktatur.
In der Demokratie ? Alle müssen gehört werden und jeder hat seine eigene Meinung. Das nennt man dann Freiheit. 
Bestes Beispiel England und der Brexit. 
Enderfolg, nichts.

Das dolle daran ist, das beide Formen sich bis aufs Messer bekämpfen, beschimpfen und sich gegenseitig vernichten wollen.
Ich nenne das: Idiotie.

Wäre es nicht klug, das man diese beiden polarisierenden Formen der Urteilsfindung einfach über Bord wirft?
Alle Entscheidungen werden mit dem gesunden Menschenverstand und der Realität angepasst entsprechend getroffen und ausgeführt?

Oh Scheisse, da kann man mal sehen was so ein Fenster in meinem Kopf anrichten kann.
Da habe ich doch glatt vergessen, das eine grosse Anzahl von Menschen dann ihre selbst erfundenen Ideale und ihren Broterwerb verlieren.
Ich denke da an Parteien, Lobbyisten, Politiker usw.
Die müssten dann selbst arbeiten für ihren  Lebensunterhalt.  
Sie wären überhaupt nicht mehr wichtig.
Andererseits wäre das Volk von einer, ihnen immer wieder Blödsinn erzählenden Gruppe von Menschen,  befreit.
Das klingt ja schon bald Paradiesisch.

Ich mache das Fenster lieber wieder zu.
Da kommen ja nur dumme Gedanken bei mir auf.
Nun weiss ich eigentlich immer noch  nicht wo genau der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur liegt.

Ach ja,
Ich habe unter beiden Regierungsformen gelebt.
Welche davon besser war?
Ich sehe eigentlich für mich KEINEN  Unterschied.
Beide hatten ihr gutes und ihr schlechtes.
Muss wohl so sein.
Meine  Lebenserfahrung daraus ist: 
Der beschissene und alles bezahlende  ist immer der kleine Mann.
Nämlich ICH . 



Mittwoch, 17. April 2019

Gruppen in Fratzelsbuch


Am Fenster sitzend, sinniere ich so vor mich hin.
Persönlich liegt nichts weltbewegendes an.
Es liegen keinerlei Termine oder Aufgaben an.
Ach ja, kochen, aber das ist nun mal keine Arbeit, sondern für mich Freude.
Die Natur, die „ Frühlingin“ hat ihr schönstes Kleid angezogen.
Vor allem heute, im strahlendsten Sonnenschein.

Das iPad sieht mich fragend an.
Nichts heute?
Eigentlich habe ich keine Lust im Fratzelsbuch herum zu schwirren.
Das meiste ist dort Schwachsinn.
In den Gruppen, in denen ich angemeldet bin, ist auch nicht viel los.
Vor allem, WAS einem da begegnet ist nicht immer das, was ich mir wünsche.
Beschimpfungen sind an der Tagesordnung.
Na klar ist es schwer Demokratie zu predigen und trotzdem die Meinung des anderen NICHT zu akzeptieren.
Diesen Spagat schaffen eben nur wenige.
Freiheit des Geistes?
Freie Meinungsäusserung nur dann, wenn sie der eigenen entspricht.
Kritik ist Meckerei.
Eigene Meinung bedeutet Nazi oder Abschaum.

So wie gestern wieder in einer meiner Gruppen 
(Alsdorf pur) als ich meinte, das diese Stadt „schön sein kann“ aber es eben an den neuralgischen Punkten nicht ist.
Anstatt drüber sich zu unterhalten, kam sofort:
„Hau ab“
„Mach dich vom Acker“
„Arschloch“
Dann die, die das anders sehen. 
(ohne Begründung oder Fakten)
Keinerlei Meinungsaustausch.
Androhung einer gelben Karte bei weiterverfolgung des Themas.
Die Mitläufer waren sofort zur Stelle.
Es ist eben schwer an zu erkennen das andere eben eine abweichende Meinung haben.
„Meinungsfreiheit ist schon lästig,“ schrieb jemand.
Dem ist nichts hinzu zu fügen.
Immerhin wurde mir diesmal keine körperliche Gewalt (zur Umerziehung) angedroht.

WAS ich bei mir dachte war, es wird mir jedesmal bestätigt, das mein Entschluss von Alsdorf weg zu ziehen, richtig war.

Es bestätigte sich wieder einmal.
Die Anzahl derjeniger die mich am Arsch lecken können, wird zwangsläufig von Tag zu Tag grösser.

Und darum mag ich eben heute nicht in Fratzelsbuch rum zu geistern.
Es lohnt nicht.

Dienstag, 16. April 2019

Das Leben geht weiter.


DER „ ALTE“ AM  FENSTER.

Nun sitze ich wieder hier.
Komisch, ich war nur 3 Tage weg und trotzdem hat sich was verändert.
Das Zimmer?
Der Ausblick? 
Oder ich selbst vielleicht? 
Ich weiss es nicht.
Irgendwie sehe ich manches anders.
Bin dankbar dass ein Wesen um mich ist, für dem ich keine Nummer bin.

Zuerst mal ein Frühstück.
Mit KAFFEE und nicht dieser Discounterbrühe.
MEIN eigenes Brot.
Den Frischkäse von der Alm.
Eine Zeitung und das Gefühl:
Das Leben ist doch  schön.
Und die Welt um mich herum, abgesehen von vielen unangenehmen Zeitgenossen die ich einfach als lästiges Beiwerk in meinem Leben ansehe, ist wunderschön. 
Man muss sie nur sehen.
Nicht das grosse, das laute um einem rum, die kleinen Dinge sind viel wichtiger und schöner.
Ich habe beschlossen, ich bleibe noch recht lange hier.

Und mein Fenster? 
Es ist zwar trübes Wetter, aber trotzdem sieht man den Frühling kommen.
Die ersten Vögel bauen ihre Nester.
Wühlmäuse oder Maulwürfe sieht man unter der Erde sich ihre Wohnung ausbauen.
Muckelchen hat verstärkt Luftprobleme. 
Ein Zeichen das die Blüten ihre Knospen öffnen. 
Alles ist im Fluss.

Und wieviel meine Zeilen gelesen haben?
Dabei schreibe ich nur für mich allein.
So wie ich es in meiner Birne habe.
Eigentlich bin ich etwas stolz.
Ich bin also nicht ganz allein.

Nun geht es weiter.
Da ich aber immer nur nach vorn geschaut habe, ist das andere  alles nur noch Vergangenheit.
Nicht wiederholbar.
Das Leben liegt in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit.
Daran sollte so mancher andere denken.

Und die Zukunft?
Die wird wunderschön.

Wie lernte ich mal als Kind?
„Immer lustig und vergnügt, bis das der Arsch im Sarge liegt.“


Montag, 15. April 2019

Krankenhaus (5)


DER „ALTE“ AN EINEM FREMDEN FENSTER.

Um die Chronologie zu wahren.
Heute ist Freitag.
Ich lebe noch. (Manchmal denke ich, leider)

Nachdem ich mein Zimmer wieder erreicht hatte, wurde ich 
voll verkabelt.
Monitore überwachten mich und der Tropf wurde 
regelmässig gewechselt.
Ich selbst?
Fühlte mich Sauwohl.
Keine Schmerzen, und das ist doch wohl die Hauptsache.
Oder?
Besser Luft?
Ach, man soll nicht immer so anspruchsvoll sein.

Den ganzen Tag duselte ich nun im Bett rum.
Ein Problem kam.
Ich musste Pipi machen.
Die Schwester kam mit einer Flasche.
Bitte?
Nicht mit mir.
Wenn ich mal ein Pflegefall bin.
Kurze Diskussion.
Oder besser gesagt.
 ICH erklärte ihr das, SIE hörte zu, ICH nahm alle Stecker aus den Dosen, koppelte mich von diesem ganzen technischen Kram ab, nahm meinen Flaschenträger und marschierte zur Toilette.
Zurück, die Kabelei wieder zusammengesteckt, 
Stromanschlüsse wieder hergestellt, und das war es.
Alles piepte wieder und die Kurven liefen.
Das Gesicht der Schwester wechselte durch alle Stimmungen.
Köstlich!
Aus.
Alt bedeutet doch nicht doof oder willenlos.

Das war noch in der Morgenschicht.
Die Mittagsschicht war schon informiert .
Sie merkten in der Zentrale schon:
„Keine Angaben bei dem Alten auf dem Monitor heisst nicht Exitus, sondern Pipi machen.“

Der Abend kam.
Man wollte mir einen neuen Port legen.
Den 4.!
Gerry sagte wieder einmal : NEIN.
3 reichen.
Aber............
Nichts aber.
Howk, ich habe gesprochen.
Panik brach aus. Renitenter Patient. 
Der Doktor wurde gerufen.
ICH erklärte ihm, das der 3. Port nach MEINEM dafürhalten gut läuft, das bisschen Leckage ist bei der daneben laufenden Menge zu vernachlässigen.
ER erklärte mir, das ich für meine Nieren dringend aber das Wasser brauche.
Sah ich ein.
Wir machten einen Deal.
Es wird KEIN neuer Port gelegt, aber dafür läuft die Infusion bis ich entlassen werde.
Top, der Deal gilt.
Soo wurde es gemacht.

Es wurde Nacht. 
(Die Preussen kamen nicht, ich war schon da, aber dafür 
Monster)
Sie wurde grausam.
Bis 4 Uhr habe ich senkrecht im Bett gestanden.
Meine Birne spielte nicht mehr mit.
Ich sah mich in Wandnischen.
Ich sah mich selbst in einem Urwald.
Ich fiel vom Himmel in den Rachen eines wilden Tieres.
Hunderte Episoden.
Ich war wach und doch wieder nicht.
Das schlimme war, immer endeten die Episoden recht
schnell.
Nämlich damit, das ich keine Luft mehr bekam und erstickte.
Hatte Angst wahnsinnig zu werden.
Ob vielleicht das eine Stunde immer um meinen Kopf rotierende Röntgengerät mein Gehirn zerstört hatte?
Ein zugezogener Doktor erklärte mir, dass es wahrscheinlich !!!!! von dem im Herzen eingespritzten Kontrastmittel 
kommen könnte.
Da ich auch eine Niereninsuffizienz habe, baut diese die 
Fremdstoffe nicht schnell genug ab.
Meinte er!
Wissen tat er es auch nicht.
Gegen 4 Uhr hörte es auf.
Dann schlief ich etwas.

Draussen sah ich die Lichter der Stadt.
Als die Dämmerung kam war ich froh.
Aber auch mir ging es viel besser.

Das Frühstück kam.
Das schwarze Gesöff habe ich wieder stehen gelassen.
Der Doktor kam.
Meine Werte waren für eine Entlassung ausreichend.
Man bot mir an, im eigenen Interesse, bitte noch dort zu 
bleiben.
Fand ich richtig toll.
Habe aber dankend abgelehnt.

Gegen 12 Uhr nahm ich meine 7 Sachen und machte mich 
auf Expeditionstour Richtung Parkhaus. 
Filmreif.
Die pro Tag 10,00€ Zuzahlung habe ich übergangen und 
gebeten mir eine Rechnung zu schicken.

Das ich den Weg aber geschafft habe sieht man daran, dass 
ich DAS hier schreibe.

Bin wieder zu Hause.
Nun überlege ich.
Wer hat sich eigentlich mehr gefreut?
Muckelchen als ich kam, oder die Schwestern als ich ging?

Ist das wichtig?
Wichtig ist nur, dass ich nicht auf einer Wolke sitze.
Zusätzlich kann ich ab morgen beim Wiegen jedesmal ein 
Kilogramm abziehen, das kommt nämlich vom eingebauten 
Stent.

Sonntag, 14. April 2019

Krankenhaus (4)

DER „ALTE“ AN EINEM ANDEREN FENSTER
Nun muss ich doch etwas erklären.
Da ich hier kein Internet habe, an jedem Bettplatz auch nur 3 Steckdosen sind, die aber meist mit Monitor, Infusionsgerät und noch etwas belegt sind, muss ich immer mit dem Laden meiner Geräte irgendwo dazwischen rutschen.
Veröffentlichen dann, so wie ich dazu komme.
Da aber kein Internet vorhanden ist, entfiel dieser Punkt bei mir.
Das alles ist mir nun ein bisschen in der Reihenfolge durcheinander geraten.
Verzeiht einem alten Sünder.

Doch wo war ich stehen geblieben?
Springen wir zum grossen Tag.
Donnerstag.
Frühstück gab es noch das übliche.
Bis auf die 3/4 Tasse mit einer schwarzen Flüssigkeit war es ok.
Zum Essen selbst, besonders in einem Krankenhaus, kann man stehen wie man will.
Ich meckere nie!!!!!!!!
Es ist immer super!
Unter der Prämisse für so viele verschiedene Ansprüche und Richtungen jeden Tag was zu zaubern, ist nicht einfach.
Es ist schliesslich kein Hotel.
Geld werden sie auch nicht allzu üppig bekommen.
Weshalb man aber nicht schmackhaft !!!!! kochen kann, das ist für mich ein Zeichen von Nichtkönnen.
Brockolie als Salat ohne irgend etwas, noch nicht einmal Salz, das zeugt schon von einem exquisiten Geschmack. 
...........................
Es war so weit.
Die zwei jungen Schwestern kamen, ich durfte das OP-Hemd anziehen. Vorn hoch geschlossen. Hinten der nackte Arsch.
Na, haben sie auch mal einen nackten, alten Preussen gesehen.
Vor allem die Stelle, an der mich sowieso alle können.

Rauf auf das Bett und los geht die Reise durch das Haus.
Runter in das Herzzentrum.
Sterile Einrichtung.
Modern, zweckmässig, aber Straubing ist dagegen erste Sahne.
Da können die hier nicht dran tippen.
2 neue Carbolmäuschen empfangen uns.
Die waren sich ihrer Wichtigkeit voll bewusst.
Was solls.
Wieder nahmen nun diese zwei, sehr jungen Schwestern, meine geballte Nacktheit zur Kenntnis.
Nun, MIR macht das zwar nichts aus, aber anderen?
Muss man sich vor einer 20 jährigen da SO präsentieren?
Es ginge bestimmt auch anders.

Der Doc. kam und waltete seines Amtes.
Was mir sofort auffiel.
Er war und blieb allein.
Wenn denn nun ein Notfall eintreten sollte?
Lieber nicht daran denken.
Man kann zwar auf dem Monitor sehen wie und wo er mit seiner Sonde da in dem zuckenden etwas herumfährt, da ich aber kein Masochist bin, habe ich mich damit beschieden nicht auf den Monitor zu sehen.
Für alle die so etwas noch vor sich haben.
ES TUT NICHT WEH. 

Eine gute Stunde hat er nun da allein rumgefuhrwerkt.
Einige male lüftete eine der Mäuschen die Decke die auf mir lag.
Sie ging mit dem Kopf darunter.
Beim ersten male dachte ich:
„ Sie wird doch wohl nicht?“
Ne, ne, ich weiss zwar nicht was sie da unten suchte, denke aber mal, das sie am anderen Arm etwas in den Port getan hat.
Fragen konnte ich nicht, denn es wird dort so gut wie nicht gesprochen. 

Endlich war er fertig.
Nach einer Stunde tat mir das Kreuz auf dieser harten Liege weh.
Endergebnis:
Wörtlich:( aus dem Bericht)
„hochgradig fokale Stenose der distalen RCA“
Ich weiss nicht was das bedeutet, soll mir letztendlich aber auch schnurz piep egal sein.
Ein neuer Stent hat jedenfalls seinen Platz gefunden.
Ich habe ihn adoptiert.
Der Doktor hat den alten sich auch angeschaut
(ist also nun auch zufrieden)

Fazit:
Ich sitze nicht auf einer Wolke, sondern liege wieder in meinem Bett und harre der zwei Grazien die mich wieder in heimische Gefilde entführen.
Experiment gelungen.
„Schaun ma“ 

Was will man mehr?
Das Leben ist schön.
An diesem heutigen Tag, für mich, besonders.