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Montag, 6. August 2018

Wenn einer eine Reise tut,.............


Nun sind wir erst einmal wieder, von unserem Urlaub an der Küste, gut zu Hause angekommen.
Drei Monate „dolce far niente“. 
Zwar nicht im Süden, aber der Norden bringt es auch.
Das Meer haben wir auch !!!! mal gesehen.
Ansonsten gibt es DAS nur in den Medien.
Ebbe nennt man das da oben.
Ich denke, es ist aber nur ein Werbegag. 

Die Sonne meinte es, wie überall, zu gut.
Drei Monate nicht einmal Regen.
Das nervt. 
Vor allem weil ich die Sonne meide, wo es nur geht.
Was wirklich gut war, war, wie immer, die Luft.
Und die ist es, die uns immer wieder dorthin zieht.
Klare Luft an der Küste hat mit der Luft in Bayern nichts gemeinsames. 

Dann begann  die Rückreise. 
Knapp unter 500 km als Tagesetappe sollte für Menschen meines Alters angemessen sein.
Die Übernachtung sollte, wie immer in Niemegk erfolgen.
Die Wirtin schrieb mir als Buchungsbestätigung: 
„Icke freue mir“

Ca. 30 km vor dem Ziel: „Vollsperrung der Autobahn“
Waldbrand.
An der Ausfahrt stand schon ein restlos ausgebrannter Reisebus. 

Für mich kein Problem.
Dem Navi eine optimierte Route abgefragt, der gefolgt, und........
Ne, ne so einfach war das nun mal nicht.
Von der Autobahn runter. 
Einmal rechts, zwei mal links, und.........
Polizei, „Keine Weiterfahrt. Bitte in diese Richtung“ 
Was blieb  uns übrig? 
Nur das  Navi nervte: „Bitte wenden“ " Bitte wenden"
Nur wohin?
Also fuhren wir kreuz und quer durch den Fläming.
Allein und immer im Vertrauen das das Navi irgendeinmal unser Ziel erkennt und uns dahin dann führt.
„ Bitte in diesen Waldweg“ 
Super, nur nach 1 km eine Schranke. Also wieder zurück. 
Oder die Strasse hörte einfach auf. 
Endlich war es soweit.
Wir kamen doch noch am Übernachtungsort an.
Umweg ca. 1,5 Stunden und etwa 60 km.
Was soll das  schon?
Wir waren ja, auch nervlich, gut erholt abgefahren.

Abendessen.
Trinken. (über das wieviel und was möchte ich schweigen) 
Schlafen.
Frühstücken.
Los geht es wieder.

Auf der Autobahn ca. 50 km gefahren.
„Bitte verlassen sie die Autobahn. Vollsperrung.“

Wenn es weiter nichts ist?
Wir waren ja im Training.
Dem Navi erst mal keinen Blick gegönnt.
Mich an meine Jungvolkzeit erinnert.
Wo steht die Sonne?
In welcher Himmelsrichtung liegt der Bayrische Wald?
DAS ist die Heimatrichtung!
Und?
Es klappte.
Nach etwa 50 km und einer guten Stunde der Erkundung der Gegend und deren Dörfer hatte mein Navi erkannt, aha, der will ja nach Bayern, führte uns auf die Autobahn zurück, und........ .

Ne, ne, so schnell gab Manitou nicht auf.

Wir verliessen planmässig die Autobahn.
Nach ca. 50 km.
Vollsperrung der B22.
Umleitung über........
Da war ich schon vorbei.
Aber das war vorhin  links ab und hier geht auch eine Strasse links ab, also.......
Ich bin ja intelligent......

Kurz und gut.
Als ich nach ca. 1 Stunde, an einem Bach stand, in dem ein Pärchen badete, die Strasse (Weg) zu Ende war, und ich nur noch die Wahl hatte auch zu baden oder mich hier sesshaft zu machen,frug ich die beiden wie ich eine Autobahn als Fixpunkt erreichen könnte. 
Ein Herr, der an einem Haus mit einem Lieferwagen stand, bot  sich an, wenn ich ihm folgte, mich zur nächsten Autobahnauffahrt zu führen.

Was blieb uns übrig?
Er fuhr vor, wir hinterher.
Nach 1 Stunde, über Waldwege, Strassen, an Häusern vorbei deren Besitzer bestimmt noch nicht wussten das der Krieg schon zu Ende ist, endlich eine Autobahnauffahrt in Richtung Prag!

Irgendwie war ich glücklich und wusste, ich habe diese zwei Tage Prüfung überstanden. 
Denn nun konnte ich meinem Navi wieder trauen.

Das Zuhause hatte uns wieder.
Alles ist gut.

Das schönste war für mich dabei. 
(in Erinnerung an frühere Zeiten)
In den ganzen zwei Tagen Fahrt, es gab nie ein böses, unwirsches oder schimpfendes Wort.
Alles wurde mit Humor genommen.
Auch das hinausgeschobene Pipi machen.

Auch deshalb  liebe ich mein Muckelchen.

Und?
In drei Wochen geht es wieder los. 
In etwa die gleiche Richtung.
Vielleicht ist der Wald bis dahin abgebrannt, dann kommen wir auch heil an.
In Umleitungen sind wir nun Profis.
Aber dann dann müssen wir pünktlich sein.
Die Fähre wartet nämlich nicht auf uns. 

Das Leben ist doch wunderschön.