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Dienstag, 21. November 2017

Jamaika und ich.


Jamaika?
Nicht das Land ist gemeint, sondern die (angenommenen) Vereinsfarben der etablierten Parteien. 
Weil diese Farben die Nationalfarben von Jamaika darstellen, nennt man diese Koalitionsverhandlungen nach diesem Land. 
Ob die da in der Karibik damit einverstanden oder glücklich sind, danach fragt niemand.
Dazu stellt es auch keine Reklame für die da unten dar.
Denn mit Parteien kann man nie Reklame machen.

Parteien?
Das sind Vereine, die Mitglieder, Sympathisanten, Geldgeber und Mitläufer suchen,  die dem Volk erzählen sie würden für deren Rechte gegen die Unterdrücker kämpfen, aber in Wirklichkeit mit denen Geschäfte machen und sich selbst die Taschen voll stecken.
Das oberste Ziel der Parteibonzen ist es, in der Öffentlichkeit gehuldigt zu werden und an sein persönliches Wohl, ohne zu arbeiten, zu denken.
Wenn die ganz oberen dann noch in der Zeitung stehen ist ihnen ein persönlicher Orgasmus sicher.

Nun hatten wir wieder einmal eine Wahl.
Wahlen sind nicht das Vorrecht der Demokratie, sondern einfach nur eine Beruhigungspille für das Volk und die Legitimation weiter zu wurschteln wie bisher.
Das das klappt, dafür sorgt das Fussvolk der Parteien und die gekauften (oder ihnen selbst gehörenden) Medien.

Heraus kommt dann ein Ergebnis.
Es spiegelt zwar NIE die Meinung des Volkes wider, aber man sagt es und viele glauben es.
In einer Diktatur ist es der Kadavergehorsam der so abstimmen lässt.
In der Demokratie, weil nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten wählen geht, nur ein kleiner Teil der eine Meinung hat oder sie damit preis gibt.
Dieser kleine Teil wird nun noch  aufgeteilt auf die ganzen Bewerber um das goldene Kalb, sodass jede Partei in Wirklichkeit nur 10-20% der Bevölkerung vertritt.
Das reicht im allgemeinen aus um laut in den Gazetten zu tönen:
"Wir machen alles im Sinne des ganzen Volkes."
Ist zwar Blödsinn, hört sich aber immer gut an.

Nun es war wieder einmal so weit.
Das Ergebnis ist bekannt. 
4 Parteien haben zusammen etwas mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen bekommen. 
Nicht der gesamten Bevölkerung, aber das juckt niemandem. 

Und diese 4 Parteien wollen nun herausfinden wie sie gemeinsam dem Volk was gutes erzählen und gleichzeitig mit derem Geld spielen können.

Einige Wochen haben sie nun geredet und gefeilscht.
Da aber alle Parteien zwar das gleiche versprechen, aber jeder einen anderen Weg gehen möchte, kam nichts dabei heraus.
Die Lobbyisten müssen ja auch zufrieden gestellt werden.

Eine Partei sagte: 
"Schluss mit lustig, was soll der Blödsinn."
Nun, der war wenigstens ehrlich, oder er hatte keine Lust zum spielen mehr.

Absetzen kann man die Kanzlerin nicht. (sie ist ja von Leuten gewählt worden die heute nicht mehr da sind)
Die andere, abseits stehende grössere  Partei schmollt und will noch nicht mitspielen.
Da fehlen eben noch die lukrativen Angebote.

Die Kanzlerin muss also selbst zurücktreten.  
Dann kommen neue Wahlen.
Rd. 100 Millionen Euro werden wieder einmal verbraten.
Das Ergebnis?
Es wird, um Nuancen verschoben , ein ähnliches Wahlergebnis heraus kommen.

Und dann?
Neues Spiel, neues Glück.

Ach was ist Politik doch was schönes.
Jeder der Akteure tobt sich aus.
Dem einen macht das integrieren Freude, dem anderen die Ehrfurcht die er für seinen Einsatz bei seinen Freunden bekommt.
Geld gibt es auch noch dafür.
Wichtig ist nur.
Der Posten muss gehalten oder vielleicht verbessert werden.
Dann ist eitel Freude Sonnenschein.

Moment mal?
War da nicht noch was?
Regieren?
Den Eid erfüllen, für das Land und seine Menschen da zu sein?
Unbilden und Gefahren ab zu wenden?

Ach ja, DAS ist auch noch da, aber doch erst dann, wenn sie mal Zeit dazu haben.
Man hat sie zwar deswegen gewählt, aber ist das so wichtig?
Das muss  erst noch warten.