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Donnerstag, 28. September 2017

Und das, jeden Morgen.


Da sitze ich nun jeden morgen hier am Tisch. 
Ich? Nein WIR, denn mein Muckelchen ist ja bei mir.
Vor mir ist das Fenster.
In kurzer Entfernung der Deich.
Die sich bewegenden weissen Flecke darauf sind Schafe. 
Auch ein paar schwarze sehe ich. (so wie ich eins bin) 
Alle fressen Gras.
Es ist FRÜHSTÜCK.

Nebenan scharrt der Hund mit seinem leeren Napf.
Der hat sein FRÜHSTÜCK schon hinter sich und bettelt um Nachschlag.

Auf der grossen Wiese vor unserem Fenster sehe ich riesige Mengen Graugänse.
Sie picken unaufhörlich. 
Spreizen ihre beachtlichen Flügel und fressen unaufhörlich.
Eben, es ist ja FRÜHSTÜCKszeit.

Der Bauer in meinem Blickfeld, der vor dem Deich sein Feld umpflügt, ist eingerahmt von Hunderten von Möven.
Die freuen sich auch auf das ihnen servierte FRÜHSTÜCK.

Und wir beide?
Auch.

Vor allem, es schmeckt hier auch besonders gut.
Jeden Morgen hängt die Tüte mit frisch gebackenen Brötchen an der Zauntür. Bei jedem Wetter. Frisch gebacken habe ich gesagt, und nicht die Scheisse aus Polen oder China. 
Auf meinen Wunsch hin, immer drei verschiedene Sorten und das im täglichen Wechsel. 
Ich glaube, unser Bäcker hier hat bald 20 Sorten im Angebot.
Darauf kommt u. a. Käse bei uns drauf.
Inselkäse. 
Der wird HIER auf der Insel in einer Molkerei selbst gemacht.

Eier dürfen bei einem guten Frühstück bei mir nicht fehlen. 
Vor allem, wenn ich auch noch weiss welcher Bauer mit seinen Hühnern HIER auf der Insel sie geliefert hat.

Muckelchen bekommt ihre Marmelade.
Auch von HIER.

Das FRÜHSTÜCK war und ist für mich immer die schönste Zeit des Tages.
Früher schon.
Und wenn ich deswegen eine Stunde früher aufstehen musste, das FRÜHSTÜCK in aller Ruhe musste immer sein.
Da das bei der heutigen Generation meist durch den Plastikbecher mit Jauche, verzehrt mit einem Strohhalm beim laufen auf der Strasse absolviert wird, fehlt denen was.
Vielleicht kommt noch ein teures Brötchen, geschmiert in einer Bäckerei, belegt mit einem vergammelten Salatblatt und etwas Undefinierbares aus der Plastikpackung des Discounters,  genannt Wurst ohne Fleisch) hinzu, aber das hat mit FRÜHSTÜCK nichts zu tun.
Das mag Nahrungsaufnahme sein.
Keine Zeit?
Bitte nicht dieses Argument. DIE hat man dazu immer. Vielleicht sollte man mal überlegen 15 Minuten früher auf zu stehen. Dafür kann man dann abends ja diese Minuten eher ins Bett  gehen. 
Mal überlegen.

Da sehr viele Kinder heutzutage auch so abgefertigt werden, wird es bald eine Generation geben, die den Wert und auch  den Sinn eines guten FRÜSTÜCKS nie kennen lernen werden.
Dabei ist es gerade  für die wichtig einen neuen Tag so zu beginnen und nicht mit dem Euro beim Bäcker Schlange an zu stehen.

Denn, wenn ich so meine ein bis zwei Stunden da sitze, die Zeitung lese, mich unterhalte, über vieles nachdenke, den kommenden Tag plane, den alten analysiere, dann kehrt Ruhe ein.
Dann bin ich innerlich gefestigt.  
Dann stören mich auch nicht Begriffe, wie Nazi, AfD oder sonst irgendein Scheiß.. 
Ich sehe aus dem Fenster.
Beisse herzhaft in gute Lebensmittel.
Freue mich das mir heute etwas weniger weh tut und bin ein glücklicher Mensch.
Wer kann das  noch von sich  sagen?
Vor allem wann?
Bestimmt nicht auf der Strasse mit dem Plastikbecher in der Hand.

Man sieht, auch das Alter hat schönes zu bieten.
Kleineres, unattraktiveres, nichts teures! 
Aber sehr wertvolles.
Innere Ruhe.