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Mittwoch, 20. September 2017

Wahl auf Bayrisch


Jeder SOLL wählen. Oder nicht?

Nun, wie jeder weiss, am Sonntag ist Wahl.
Eine wichtige sogar, denn es stehen brisante Themen an.
Das sieht man auch an der Reklame und den Versprechungen aller Parteien.  

Auch ich möchte gern meinen Willen kund tun.
Hierzu nun mal meine Geschichte.
In 2 Teilen, da es zwei verschiedene Aspekte hat.

Teil 1.

Am Wahltag bin ich nun in Urlaub.
Der Termin liegt lange fest und ist auch gebucht.

Korrekt, wie ich nun mal bin, schrieb ich meine Gemeindeverwaltung, in meinem Heimatort an. 
(93474 Arrach im Bayrischen Wald)
Ich teilte ihnen mit, das ich Briefwahl machen möchte, und sie mir bitte meine Unterlagen an die Urlaubsadresse nach Pellworm senden möchten, da ich in Arrach nicht zu erreichen bin.

Ich hörte nichts.
Keine Antwort oder Bestätigung.
Na, dachte ich, Arbeitsüberlastung, darum keine Zeit.
Immerhin hat die Gemeinde ja knapp über 1000 Einwohner, da ist natürlich jede Minute ausgebucht.
Aber es wird schon klappen.

Wir fuhren ab.
Ach nein. Wir Wollten!!!!! 
Aus irgend einer Laune heraus, sah ich vorher noch einmal in meinen Briefkasten. 
Oh kucke da.
Eine Wahlbenachrichtigungskarte lag darin.
Mensch, Gerhard, haste aber Glück gehabt.
Was wäre denn, wenn wir einen Tag früher gefahren wären?
Im übrigen, das war vor ca. 6 Wochen oder  mehr.

Schnell das Ding ausgefüllt.
Briefwahl, Urlaubsadresse für die Wahlunterlagen eingetragen, 
Karte unterwegs eingeworfen.

Alles war, für mich jedenfalls, damit ordentlich erledigt.
Nur, es kamen hier, auf Pellworm, keine Unterlagen an!
Jeden Tag sah ich im Kasten nach.

Ich rief einen Hausbewohner, zu Hause, an.
Dieser öffnete meinen Hausbriefkasten.
Und?
Wieder mal kucke da.
Am 15.9. lagen meine Briefwahlunterlagen in meinem Kasten in Arrach.
(nicht auf Pellworm!) 
und das immerhin schon 9 Tage vor der Wahl!
Toll!
Anweisung erteilt, diese SOFORT neu zu frankieren und mir zu zu senden.
Das geschah auch "postwendend"
Denn der Sinn einer Briefwahl ist ja, das jemand der NICHT in seinem Heimatort ist, ihn dort wählen zu lassen wo er sich aufhält.
Vielleicht ist das den Menschen in Bayern noch nicht so ganz bewusst.

Teil 2.

Hier nun muss man wissen, das die Post zwar wirbt, verspricht, aber nie etwas hält.
Sooo kenne ich sie, sooo bleibt sie auch.
Arrach hat einen Briefkasten nahe meiner Wohnung.
Dieser wird morgens, ganz früh geleert.
Also, die eingeworfene Post liegt erst mal bis zum nächsten Tag da drin.
Dann geht sie unerforschliche Wege.
Meine, relativ vielen Sendungen, haben eine durchschnittliche Laufzeit zwischen 3-5 Tagen.
Schneller nie, dafür aber auch schon mal 5-6 Tage.
Das gehört nun mal eben neben anderen Komikereien 
(z.B. ihre umweltbelastenden Wertstoffhöfe) zu den Eigenarten Bayerns.
Ich habe mich daran gewöhnt und nehme sie eben kopfschüttelnd zur Kenntnis.
Soll auch in meinem Alter kein Thema mehr sein.

Heute ist nun  der 20.9.2017.
Bis jetzt ist keine  Post aus Arrach eingetroffen.
Keine Briefwahlunterlagen.
Keine Wahl mehr möglich. 
(würde heute noch was kommen, würde der Brief nicht mehr bis Sonntag in Arrach sein)

Nun, die Parteien können MEINE Stimme sicher verschmerzen.
Meine?
Oder sind es viel  mehr vielleicht?

Da drängt sich mir so der Gedanke auf.
War es in Arrach ein Versehen?
War es Dämlichkeit und Nichtkönnen?
Oder gar Absicht?

Die gleichen Fragen stelle ich mir auch bei der Post.

Ich weiss wieder einmal keine Antwort.
Doch eines weiss ich mit Sicherheit.

In einem modernen Staat, mit intelligenten Menschen dürfte und wäre so etwas nicht passiert.
Ich bekomme immer mehr den Eindruck das Deutschland sich abwirtschaftet.
Nur merken tut es kaum einer.
Es trägt nun langsam die Bildungspolitik ihre Früchte.

Wenn ich so zurück denke, sehe  ich eigentlich nur Rückschritte.
Wie mag unsere, oder besser gesagt, die Zukunft der nachfolgenden Generationen, nur aussehen?