Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Donnerstag, 14. Juni 2018

Pflegenotstand? Ich weiss nicht...


Wieder sitze ich träumend im Stuhl.
Meine Gedanken wandern wieder einmal zurück.
Ich erinnere mich an die Nachkriegszeit.

Stichwort: Pflege.
Niemand wollte damals kranke Menschen  pflegen.
Es wurden dann Ausländer angeworben um in Deutschen Krankenhäusern zu arbeiten.
Dann kam man auf die Idee, das man vielleicht doch einfach nur mehr bezahlen müsste.
Heute ist der Beruf einer Krankenschwester gut bezahlt, aber immer noch geht die Mär von der schlechten Bezahlung um.
Nur diesmal verlagert sich das Thema auf die externen Pflegekräfte..
In wieweit das heute auf diese damalige Situation auch zutrifft, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich weiss nur, das es  heutzutage eine Unmenge von privaten Firmen gibt, die sich alle eine goldene Nase an der Pflege verdienen.
Wie man sieht, also ein Dauerthema.
Nur es wird nie gelöst, oder ist es  vielleicht ein gewolltes politisches Thema?

So ganz versteh ich die Problematik aber auch nicht.

Vor allem sind mir die Richtlinien zu schwimmend.
Alles ist haargenau reglementiert.
Ich denke es wird mehr Verwaltungsaufwand betrieben als geholfen.
Nur, da ist auch noch eine Grauzone die man einfach nicht zur Kenntnis nehmen will.   
WER bekommt eigentlich eine Pflegestufe? 
"Alle diejenigen, die für mindestens 45 Minuten pro Tag fremde Hilfe benötigen.
Sei es um zur Toilette zu gehen oder beim anziehen oder beim Haare kämmen."
Wie soll das eigentlich gehen?
Wird da gemessen wie lange ich kacke??
Wenn ich nicht mehr allein zur Toilette gehen kann, bin ich Bettlägerig.
Also ein Pflegefall.
Basta.
Wenn ich aber zur Toilette noch allein gehen kann, 
Haare kämmen auch noch, ich aber nicht mehr allein einkaufen gehen kann, dann wird das nicht berücksichtigt.
Wer kocht eigentlich für mich? Laufen kann man noch, aber auch die Kartoffeln in der Hand fest zu halten ist schwierig.
Das aber hat mit einer Zeit oder Dauer nichts zu tun.

Wenn ich weiterhin sehe, das es eine Unzahl von Menschen mit einer Pflegestufe gibt, die zwar 10 Stunden am Tag im Internet sind, Jede Woche ihren Rasen selbst mähen,jede Woche ihren Seniorennachmittag besuchen, aber denen morgens die Tabletten zurecht gelegt werden oder der Zucker gemessen wird, dann scheint mir die Bedürftigkeit doch mit verschiedenen Augen gemessen zu sein.
Ich denke, das, wenn ich meinen Computer bedienen kann, ich mir auch merken kann, welche Tabletten ich schlucken muss. 
Oder benötigt man hier das Vitamin "B"? (Beziehungen) um irgendwo/wie in die Schemata eingereiht zu werden?
Für jede selbstverständliche Handreichung erscheint eine neue Kraft.
Ist DAS notwendig?

Andererseits gibt es aber auch Leute wo die Nachbarschaft von allein, ohne Entgelt, hilft.
Diese Menschen sind für die Pflegedienste aber nicht existent.
Nicht umsonst findet man oft alte Menschen nach Wochen tot in ihrer Wohnung.
Sind Angehörige vorhanden, mag es mit der Betreuung ja noch gehen.
Aber wieviel sind allein stehend?
Wer kennt die???
Wer kümmert sich um die?

Diese Grauzone von Menschen die zwar noch relativ rüstig sind, aber eben doch  alt und in ihrer Bewegung eingeschränkt, diese werden vergessen.
Diese haben auch keine Lobby.

Dieser ganze Pflegerummel ist eine einzige Gelddruckmaschine.
Es läuft alles wie geschmiert, man fühlt sich wichtig und unentbehrlich. 
Es ist auch das wöchentliche Thema in den Medien.
Jeder Politiker spricht von den Pflegekräften aber niemand von denen, denen man helfen sollte.
Vielleicht sollte man mal mehr praktisch nachdenken, besser helfen und dabei nicht einmal mehr Geld ausgeben.

Ältere Menschen werden von dieser ganzen Pflegemechanerie nämlich nicht erfasst.
Es sei denn, sie können sich den Hintern nicht mehr selbst abwischen.
Können sie es noch, dann hilf dir eben selbst.
Niemand ist für sie da.
Da gibt es doch aber in aber jeder Stadt und Gemeinde z.B. Seniorenbeauftragte.
Ich kenne meine, in meiner Gemeinde  z. B. nicht.
Dabei bin ich einer, wenn nicht sogar der Älteste, in meinem Ort.
Wohlgemerkt, ich komme schon zurecht, aber andere auch????????
Wie wäre es denn, wenn diese öffentlich bezahlten Kräfte  während  ihrer Dienstzeit so ein oder zwei mal im Jahr ihre älteren Mitbürger besuchen würden?
Mal fragt: 
Wie gehts? Wo drückt der Schuh? Gibt es Probleme?
Wie leicht könnten sie das Problem  Finanzamt telefonisch lösen ohne das der Ältere sich selber in die nächste Stadt bemühen muss?
Taxi ist zu teuer, also eigener PKW.
"Wieder so ein Alter am Steuer!"
Oder auch sehen, das die Fenster nach Jahren auch mal geputzt werden müssten?
Vielleicht steht der Sessel oder die Couch nicht richtig? 
(So etwas kann man im Alter nun mal nicht mehr allein) 
Oder sollte sie mal dem Doktor sagen, achte mal auf etwas. Ältere Menschen erzählen nicht ungefragt dem Arzt alles.
Das Hauptproblem aber.
Lebensmittel einkaufen.
Auf die örtlichen Geschäfte einwirken, das  die einen Lieferdienst installieren. 
Auch das käme der Gemeinde wieder zu Gute. 
Einzelhändler jammern immer über  den online Handel.
Ja, Leute bewegt euren Arsch etwas, dann brauch ich nicht mir meine Kartoffeln oder das Gemüse von Hamburg in den Bayrischen Wald per Post schicken zu lassen.

All diese Dinge erledigte früher ein Blockwart, die NSV oder die Frauenschaft. Nur das waren ja die "pösen".
Komisch, diese Probleme gab es früher aber auch nicht.

Heute ist diese, im Sinne der Pflegestufe, noch relativ rüstige Altersgruppe, in die Vergessenheit geraten.
Es gäbe viel zu tun.
Aber nein, ich höre täglich von den Politikern:
Wir müssen viel mehr Geld für die Pflege ausgeben, neue Formulare ausdenken, Statistiken erstellen und viiiel mehr Stellen schaffen.
Nur mal irgend jemanden praktisch helfen und unter die Arme greifen, das ist nicht im Kalkül.
Dabei denke ich auch, mancher Alte würde sich lieber gern mal 15 Minuten unterhalten und seine Sicht der Dinge kund tun und dafür sich die Pampers am Arsch  selber wechseln.

All dies versuchte vor Jahren mal eine Partei, die Grauen Panther. 
Leider scheint das nicht geklappt zu haben.
Dabei  wäre die von mir angesprochene Gruppe ein ernst zu nehmendes Wählerpotential.
Vielleicht gründe ich mal selbst eine solche Partei.
Wenn auch nur um eine Gruppe von Menschen ins Tagesgeschäft ein zu bringen die es verdient haben.

Denn IHR ALLE könnt nur in der Gegenwart leben, weil es UNS, die Vergangenheit, gibt.