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Freitag, 14. Juli 2017

Ein Waschtag, so vor einigen Jahren


Da gibt es auf Fratzelsbuch auch eine Gruppe aus meiner früheren Heimat bzw. Wohnort.
„Alsdorf-Ofden“
Dort wird oft von früheren Zeiten, der Schule, von den Lehrkräften oder auch von den früheren Geschäften gesprochen.

Beim lesen dieser Kommentare dachte auch ich einmal zurück.
Früher.

Da war z.B. das Wäsche waschen:

Früher, wer weiß es noch, mußte die Wäsche der Bergmänner noch zu Hause gewaschen werden.
Jedes Wochenende nahm man seinen „Püngel“ mit nach Hause.
Zusammen gerollt, mit dem Ledergürtel fixiert, über der Schulter. Den "Knütsch" unterm Arm.
Man ging noch zu Fuß damals.

Und dort?
Zu meiner Zeit hatten nur ganz wenige eine Waschmaschine.
Das ganze wurde erst  in einer Wanne eingeweicht und später in der Wanne auch gewaschen.
Das dazu benötigte Wasser wurde in mehreren, größeren Töpfen auf dem Herd erhitzt und dann in die Wanne gekippt.
Mit der Hand, auf einem Brett oder einem Wäschestampfer.
Das war eine Holzstange, unten ein Topfähnlicher Metallhut der sich teleskopartik zusammenschob, dann bearbeitet.
Und ihr werdet es nicht glauben. 
Die Wäsche damals war weiß und nicht so "weiß ähnlich" wie heute.
Und ihr werdet es nicht glauben.
Soda war z.B. gut dafür.

Doch das alles war VOR Ofden.
Dort wurde es nun moderner.
Nachdem das Waschhaus ein gewollter Flop war, installierte man sich selbst einen Waschkesselofen.
Im Keller.
Unten eine Feuerstelle, oben ein großer Kessel.
(Auf Teilzahlung bei ??????? Broicherstrasse)
Das Wasser nun mit einem Schlauch darein.
Dann wurde das Wasser erhitzt.

Der Clou aber war, eine Miele Waschmaschine.
Erfunden schon 1940, aber nach dem Krieg immer noch, oder Gott sei Dank, zu erwerben.
Ein Holzbottich, in dem kam dann das heiße Wasser aus dem Kessel, dann die Wäsche, oben drauf ein Schwengel, und den mußte man dann 15-20 Minuten hin und her drehen.
War zwar gut für die Muskeln (heute braucht man dazu eine Muckibude) aber nicht so besonders, wenn man nach der Schicht noch drei bis vier Maschinen Wäsche bearbeiten mußte.

Einige Jahre später, wurde oben auf der Maschine, 
ein E-Motor installiert.
Für mich war es die größte Erfindung von Miele.
Wer weiß eigentlich schon, was Miele alles gebaut hat;
Motore (1916) Staubsauger (1927)  elektrische Geschirrspülmaschine (1929) Motorräder ( ab 1930. 1950 war Miele  der größte Hersteller Deutschlands )
Doch dieser Motor, oben auf dem Holzbottich war das größte und beste was man je für einen Mann geschaffen hat.

Die Wäsche wurde nun im heißen Wasser hin und her bewegt.
Anschließend wurde die Wäsche aus dem Bottich heraus genommen.
Nun  kam etwas neues zur Verwendung.
Auf die Maschine klemmte man ein Gestell mit zwei Gummirollen.
Diese konnte man einstellen.
Dann wurde jedes Wäschestück da durch gedreht um das Wasser zu entfernen. Heute macht das die Schleuder.
Damals war es der Mann der da drehte.
Und dann ging es von vorn los.
Die nächste Maschine wartete schon.

Auch das man Wäsche ein oder zwei Tage vorher einweichte, scheinen manche nicht mehr zu wissen.
Das Hauptproblem war immer, wann, wo, wie wasche ich aber die „Kullklamotten“?
Allein schon das auspacken löste eine Staubwolke aus.
Die Fußlappen rochen auch nicht gerade appetitlich.
Und danach war die Lauge auch nicht mehr zu gebrauchen.

Und das jede Woche!

Hoffentlich kamen nicht gerade die „Klütten“ während des Waschtages.
Die Deputatkohle.
Denn der Fahrer kippte die 20 Zentner gnadenlos auf die Straße. Egal wohin.
Um nicht eine Anzeige zu bekommen, mußte diese Tonne Kohle noch mit Eimern bis zum Kellerfenster getragen werden.
Aber Pronto!!!!

Ach Gott, was hatten es die Frauen früher gut, im Gegensatz zu den heute so gestressten