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Sonntag, 6. Mai 2018

Das Leben allgemein


Doch zurück zu den Möglichkeiten des Einkaufens in der damaligen Zeit.
Es gab natürlich auch Bäcker.
Richtige und keine Chinesischen Teiglinge Aufwärmer.
War damals für mich eine Lebensnotwendigkeit, wegen des Kuchens.
Ich war schon immer ein Süsser. 
(aber bitte nur in Bezug auf das essen !!!!!!) 
Bis heute noch. 
Wenngleich ich es heute vorsichtiger angehen muß. 
Habe Zucker genug in mir.
Damals boten die Bäcker ihre Kuchen und Torten im Schaufenster an.
So gegen 17 Uhr war dann immer ein Blech darin, auf dem lagen Stücke die angeschoben waren, Eckstücke die niemand wollte, oder weg mussten.
Liebesknochen, Amerikaner oder so was.
Diese Kuchen kosteten dann nur noch einen Bruchteil des normalen Preises.
Hatte ich Geld, war das meine Stunde.

Aber früher wurde auch viel selbst gebacken.
Bald jede Familie tat es am Wochenende.
Meist war es Napfkuchen oder Blechkuchen.
Dieser wurde am Samstag zu Hause fertig gemacht und der Bäcker stellte dann seinen nicht mehr benötigten, aber noch heissen Ofen, zur Verfügung.
Man brachte seine Formen und Bleche zum Bäcker, bezahlte pro Teil 10 Pfennig und konnte nach zwei, drei Stunden seine Kuchen wieder abholen.
Heute würde man sagen: Energieausnutzung.

Oder Wäsche waschen.
Heute eine Drehung mit der Hand, früher Knochenarbeit auf dem Waschbrett.
In jedem Haus gab es im Keller eine Waschküche. 
Darin war ein Ofen für heisses Wasser zu machen und eine grosse Wanne.
War man fertig wurde die nasse Wäsche mit zwei Mann ausgewrungen, dann 4 bis 6 Stockwerke hoch auf den Dachboden gebracht. Dort hingen Drähte und man konnte die Wäsche trocknen lassen.
Beide Räume musste man Wochen vorher reservieren.
Diesen einen Tag hatte man dann für sich allein.
Im Winter war das schon ein Problem mit dem trocknen.
Denn unter dem Dach zog es wie Sau.
Gebügelt wurde meist in der Wohnung.
Grosse Stücke wurden aber gemangelt.
Es gab Seifenläden mit einer Mangel zum stundenweise mieten.
Zwei grosse Holzrollen zwischen denen die Wäsche gepresst wurde.
Ich glaube diese Geschäfte gibt es heute auch noch. 

Metzgereien hatten alle als Eigenheit einen bestimmten Schlachttag.
An diesem Tag gab es immer frische Blut- und Leberwurst.
Damit nun jeder das auch wusste, wer, wann geschlachtet hatte, hing bei jedem Metzger an diesem Tag ein weisse Fahne vor der Tür die signalisierte: 
"Hier gibt es heute frische Blut- und Leberwurst."
Vor allem gab es dann kostenlos Wurstbrühe.
Diese wurde in einer Milchkanne geholt.
Das war das Wasser in dem das Fleisch und die Wurst gekocht wurde.
Da es oft vorkam, das Würste platzten, war diese Wurstbrühe durchaus was sehr gutes.
Zu Hause, oder auch schon unterwegs,  trank ich die dann so oder, wenn das  Geld mal knapp war, kamen dort auch ein paar Nudeln oder Kartoffeln rein.
Tolles Mittagessen.
Vor allem immer gut gewürzt.
Da meine Mutter alles konnte, nur nicht kochen oder eine gute Hausfrau zu sein, war das für mich immer ein Festtagsschmaus. 

Ich sehe auch noch immer die runden, grossen Messingschilder an den Hauswänden vor mir.
Sie blinkten in der Sonne weil sie immer auf Hochglanz poliert waren. 
Sie signalisierten: "Hier ist ein Barbier am Werke."

Über all dem thronte auf der Straße mein absoluter Freund.
Der Schupo. 
Immer ohne Waffe.
Immer eine Respektsperson.
Immer hilfsbereit.
Immer freundlich.
Mein Anlaufspunkt bei allen Problemen.

Eigentlich gab es auch wenige Verkehrsunfälle.
Mir  wurde von Kindheit an gelernt.
Ehe du auf die Fahrbahn gehst, schaust du nach rechts und dann  nach links. 
Das machst du noch einmal und dann rennst du los.
Heute? 
"DU  bist wer.
Gehe rüber, das der Scheiss Autofahrer aufpasst."

Na ja, die Zeiten ändern sich.


Ob immer zum guten?