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Montag, 7. Mai 2018

Man muß ja schließlich leben....


Essen muss sein.
Für mich, bis heute, das zweitschönste auf der Welt.
Manche haben bestimmt eine, oder gar keine Vorstellung wie es früher einmal war. 
So ohne Supermärkte und Discounter.

Milch z. B., gab es nicht nur bei den Bauernhöfen auf den Hinterhöfen, sondern natürlich auch in Geschäften.
Lose, in einer mitgebrachten Kanne.
„Bolle“ war ein Filialunternehmen dieser Art und überall vertreten.
Das entsprach schon damals einem heutigen Lebensmittelladen. 
Daneben gab es natürlich auch, ohne Milch, andere Gemischtwarenläden.
Heute sagt man gern "Tante Emma" Laden dazu.

Es waren Läden die nun auch alles mögliche hatten.
Die Wände mit grossen Schubladen ausgestattet.
Eine Waage mit zwei Auflagen und Gewichte.
Eine grosse Registrierkasse mit Kurbel.
Braune, grosse, spitze Papiertüten oder selbstgedrehte aus einer Zeitung und eine  Art Schaufel.
Mit dieser wurden dann die gewünschten Mengen von den Dingen gefüllt, die man benötigte.
Egal was es war, nichts war fertig abgepackt. 
Auf die Waage damit. „Darf es etwas mehr“  sein, war dann die obligatorische Frage.
Das Wort "Tara" kannte man damals genau so wenig wie heute.
Mir sagte mal ein Verwandter der einen Tante Emma Laden besass, zu mir.
„Ein guter Kaufmann ist der, der einen  Sack mit 100 Pfund einkauft und mit 110 Pfund verkauft“
Auch daran hat sich bis heute nichts geändert.
Oder haben Sie in der heutigen Zeit schon mal gesehen, das eine Verkäuferin die Plastikdose erst auf die Waage stellt, Tara drückt und dann die Ware einfüllt? 
Ich glaube , das die wenigsten wissen, das sie die Verpackung mit dem Warenpreis mit bezahlen.

Die Butter lag in einem grossen Klotz auf dem Regal oder stand in einem Holzfass neben der Theke.
Aus dieser wurde die Butter mit einem grossen Holzspatel genommen und in der Hand, auf einem Stück Papier liegend, zur Viereck Form geschlagen. Das musste gekonnt sein. Es musste mit wenigen Schlägen  das Stück seine Form haben, denn schlug man zu viel  darauf ein, kam das Wasser aus der Butter zum Vorschein. Denn auch hier galt die Regel: 
Aus 100 Pfund müssen 110 Pfund werden.

Im Eingang des Geschäftes standen meistens mehrere Holzfässer.
Darin waren Sauerkraut und verschiedene eingelegte Gurken.
Diese kamen aus dem Spreewald.

Ich hatte im Nachbarhaus eine ältere Dame für die ich immer einkaufen ging.
Vom Nebenhaus ein Ruf in den Hof „Gerhard“ und ich flitzte.
Ich bekam einen Zettel was sie brauchte, rüber in den Laden, zurück mit den Waren und ich bekam einen Sechser.
Das waren 5 Pfennige.
Mit dem wieder rüber in den Laden und ich durfte mir mit einer Holzzange eine Salzgurke aus dem Fass angeln.
Eine grosse musste es schon sein.
Denn  5 Pfennige waren eine Menge Geld.
Denke jetzt gerade wieder nach.
Eigentlich habe ich den grössten Teil meines Geldes, bis heutzutage, immer nur verfressen.

Es gab z.B. auch Kartoffelläden.
Dort lagen in Holzschubladen Kartoffeln
Mindestens 6-8 Sorten.
Wir kauften immer die Sorte „Industrie“ 
An der anderen Wand lagen auf der Erde, Weisskohl, Rotkohl, Steckrüben und ??????
Mehr Gemüse gab es nicht.

Dafür fuhren dann vierrädrige Wagen mit einem Pferd bespannt  durch die Strassen. 
Diese hatten dann das übrige Gemüse und auch Obst. 
Wobei die Hälfte des heutigen Gemüses damals völlig unbekannt war. 
Blumenkohl war ein Edelgemüse und nur für reiche Leute gedacht.
Kohlrabi, Kürbis, Wirsing, Weißkohl, Erbsen (noch in der Schote) Spinat lose, Tomaten, Äpfel, Birnen, usw. 
Nicht diesen ganzen neumodischen Kram.
Vielleicht kaufe ich das ganze Zeug auch heute noch nicht, weil ich es nie kennen gelernt habe? 
Ich vermisse es auch nicht.

Also das Essen war auch geregelt.