Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Mittwoch, 15. März 2017

Wieder einmal ein Rückblick auf die Nachkriegszeit.


Da sprach mich dieser Tage wieder einmal jemand an.
Er meinte, schreib doch mal wieder was von früher.
Aus der Zeit nach dem Krieg.
Aus der Zeit des Bergbaus.

Ich muss dazu sagen, das es mir etwas schwer fällt.
Denn das, was man hören will, kann ich meist nicht schreiben.
Die Zeit war anders. Ganz anders !
Heute wird alles, wie in der Politik, durch die Brille der Jetztzeit mit ihrer rosaroten Farbe gesehen.
Und ich sehe dazu das alles noch emotional gefärbt.

Doch versuchen wir es mal.

Zu der damaligen Zeit, war der Bergmann eine arme Sau.
Finanziell und auch in den Augen der anderen.
Er versuchte immer, besonders in den Nachkriegsjahren, über die Runden zu kommen.
Anerkannt wurde er eigentlich nie. 
Auch nicht vom Staat.
Er konnte aber auch nicht unendliche Schichten verfahren.
Schlafen war auch wichtig.

Das man, vor allem in den Kolonien (das war die Bezeichnung für die vom EBV errichteten einzelnen Wohngebiete) dank der dafür vorhandenen Platzverhältnisse sich etwas Vieh  hielt, war klar.
Hühner, Schweine, Ziegen und als Hobby, Tauben.
Diese waren bald überall zu finden.

Die ersteren Tiere dienten der Ernährung.
Damals war es üblich, das man seine Essensabfälle noch verwertete und nicht in stinkende Plastikkübel in der Sonne verfaulen lässt.
Man nennt das heute "Bio"
Ich sage: Eine Sauerei.
Im übrigen haben unsere verbildeten Kinder, die heute statt zu arbeiten sich den Beruf des Politikers gewählt haben, in ihrer grenzenlosen Weisheit beschlossen, das Essensreste nicht mehr verfüttert werden dürfen.
So gehen in allen Restaurationsbetrieben Tausende Tonnen Essen täglich in......
Ja wohin eigentlich?
Ich weiss es nicht.
Aber sie werden  nicht dazu benutzt neue Nahrungsmittel zu erzeugen.
Das war früher anders.
Eine Sau war dann eine Sau, wenn sie mindestens 4 Zentner hatte, und eine anständige Fettschicht aufwies.
Eines Tages kam dann der Hausmetzger und das Tier musste dran glauben.
Dazu waren 2 bis 3 Tage nötig.
Und schon wieder fällt mir ein neues Thema ein.
Das Wäsche waschen.
???????
Warum?
Na, der Waschkessel wurde ja benötigt um das heisse Wasser zu erzeugen.
Doch vom waschen später mal.

Nun, die Sau war hinne, das Blut aufgefangen, das Fleisch zum Teil durch den Wolf gedreht um Wurst zu machen.
Hier begann es.
Man musste nur den richtigen Metzger haben der auch ein  paar  Gewürze mitbrachte.
Metzger? Das waren keine gelernten, sondern nur welche, die auch das zu ihrem Nebenerwerb machten.
Die  Namen der guten machte immer die Runde.

Im Waschzuber kochten dann die Würste, die aufgeplatzten gaben einen Teil ihres Inhaltes frei und es gab "Wurstbrühe".
Diese war für mich das beste am ganzen Schwein.
Da es immer zu viel war, profitierte, immer reihum, die ganze Nachbarschaft davon.

Das Fleisch wurde in Gläser eingekocht.
Überhaupt.
Einkochgläser waren der Stolz einer jeden Hausfrau.
Ja, denn damals gab es noch Hausfrauen.
Diese waren stolz darauf eine gute zu sein.
Und sie waren es!
Denn ohne diese tüchtigen Frauen und dem Fleiss ihrer Männer sähe es heute hier noch so aus wie in Anatolien jetzt.

Im Keller standen dann diese Gläser, sauber aufgereiht und beschriftet, im Regal.
Die Verwandtschaft durfte sie bewundern.
Manchmal standen so viel Gläser da, das man getrost noch einen dritten Weltkrieg überlebt hätte.
Obst und Gemüse dominierten.
Kein Wunder, denn es kam ja aus dem eigenen Garten.
Mag es zwar durch die Erhitzung viel an Nährwerten eingebüsst haben, aber dafür war es sauber und frei von Chemikalien.
Heute sind die im Handel angebotenen Dosen nur frei von sauberem Lebensmitteln  aber dafür reich an Chemikalien.

Ich glaube, ein Grossteil der damals aufgewendeten Zeit und Energie war dem Überleben gewidmet.

Freizeit war relativ.
Gartenarbeit gehörte zum Beispiel dazu.

Heute hat sich das gewandelt.
Heute hat die Technik die Gehirne der Menschen in ihrem Bann.
Heute bestimmt "Fratzelsbuch" den Tagesablauf.
Die Medien sagen wie du kochen sollst, was du essen sollst und  vor allem was du denken darfst.

Ich denke, ein Grossteil dessen was  einen Menschen ausmacht, ist verloren gegangen.
Die Individualität.

In jeder Beziehung.
Ein Mensch kann nur glücklich in sich sein, wenn er mit sich im reinen ist.
Wenn seine Wünsche erfüllbar bleiben und wenn er zufrieden ist.
Zufrieden kann man aber nur sein, wenn man als Massstab sich selbst sieht und nicht sich mit anderen vergleicht.

Aus dieser Erkenntnis heraus kommt auch mein Wahlspruch:

"Ich kann nichts dafür, das sich zwangsläufig mit jedem Tag die Anzahl derjeniger erhöht, die mir den Buckel runter rutschen  können"