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Donnerstag, 29. September 2016

Der Eschweiler Bergwerks Verein und ICH. (7)


Aber Alsdorf war ja  noch viel grösser.
Nur, es war  wesentlich kleiner als viele es heute sich vorstellen können.
Es gab noch keine Eingemeindungen.
Ich glaube Alsdorf hatte so um die 16 - 18.000 Einwohner.
Alle anderen heutigen Stadtteile waren eigenständige Gemeinden.
Ich glaube heute, auch glücklicher in ihren kleinen Gemeinwesen.

Flächenmässig begann Alsdorf an der Kurve des Heckenströfers wo, der von Geilenkirchen her kommend, zum Denkmalsplatz einbog.
In heutiger Blickrichtung Kurt Koblitz Ring/Aldi war nichts.
Wo heute die  Siedlung Ost ist, war eine Wiese mit Kühen und einem Stacheldrahtzaun.
Nur eine kleine Schmalspur-Tram fuhr alle Stunde Richtung Warden bis Eschweiler und brachte Bergmänner zur Zeche und zurück.

Neuweiler war eine Exklave.
Verbunden mit der realen Welt durch den Heckenströfer.
Das Leben nur zu erahnen an dem ewigen brummen des Ventilators auf dem Wetterschacht.
Vorne an der Hauptstrasse der "D-Zug"
Eine langgestreckte, niedrige Häuserzeile für Bergmänner und deren Familien.
Nicht zu vergessen das Lebensmittelgeschäft von 
"Rübbens Kathrin" auf der gegenüberliegenden Strassenseite.
Über die Schienen der Kleinbahn.
In späteren Jahren besass Alsdorf eine O-Bus Linie.
Leider wurde sie, aus unerfindlichen Gründen eines Tages abgebaut.
Schade.
Doch nun schnell über die Schienen zur Kathrin.
Sie war die eigentliche Seele von Neuweiler.
Ein typischer Tante Emmaladen wie ich ihn heute noch vermisse.
Ohne sie, und ihrer Bereitschaft alles gegen Buch zu verkaufen, hätte mancher nicht überlebt.
Bei Kathrin gab es alles auf "Pump"
Viele und auch ich, sind ihr heute noch  dankbar.

Am anderen Ende von Alsdorf gab es zwar schon die Siedlung Busch, aber zusätzlich ging es geradeaus weiter zur alten Zeche Nordstern und deren Halde.
Dort haben dann später die Segelflieger ihrem Hobby gefrönt.
Vorsitzender der Betriebsführer des Kraftwerkes Anna, 
Herr Pavel.
An der Strassenecke dorthin, war  ein kleiner Puff.
Daneben war später auch ein Arzt ansässig

Die Siedlung Zopp gab es auch schon.
Dazwischen auch die immer in Bewegung befindliche Verbindungsstrasse.
Ausgelöst durch den Druck der Halde.

Zurück, längst der Halde, auf der Prämienstrasse zur 
Glück-Auf-Schranke.
Vorbei an ein paar Zechenhäusern, dann rechts ab zur Erhohlungsmeile Alsdorfs.
Der Weiher.
Oben auf dem Hügel links noch die Reste der alten Radrennbahn.
( heute eine Berufsschule)
Rechts vom Weiher war Wald.
Gegenüber auch etwas Wald, aber im besonderen Felder.

Der Wald war immens wichtig, denn Zimmer für eine stundenweise Anmietung gab es nicht, und irgendwo musste man doch bei Bedarf hin.

Ach ja, der Weiher.
Heute eine Drecksbrühe und Schandfleck, früher ein klares Wasser und dabei noch idyllisch.
Oft gingen wir des Nachts, nach Schichtende, dort Nacktbaden.
Nach all dem Dreck, das kühle Wasser im Mondschein, so etwas muss man heute erst noch erfinden.
Vor allem, niemand hatte damals dort etwas zur Naturverschlimmerung getan.

Man traf manchmal noch den  alten Herrn Baron von Broich auf seinem Spaziergang.
Ein immer liebenswürdiger Mensch.
Nicht halb so eingebildet wie ein heutiger Stadtangestellter.
Er war es auch, der die Fischweiher dem Angelklub überliess.
Ich habe zwar was gegen Adelige, aber wie gesagt, es gibt auch darunter tolle Menschen.

Mein Motto im Leben war immer:
Ehrlich, aufrichtig, aber auch fair zu sein.

Der Charakter dieses Fleckchens Erde hat sich dann grundlegend mit dem Bau der Siedlung Ofden gewandelt.
Sie war zwar notwendig.
O.k.
Aber ob es zum guten war, das wage ich zu bezweifeln.
Ein grosses Stück Ursprünglichkeit ging verloren.

Wie überall im Leben.