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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Zurück in die "Heimat" !!??


Nun geht es wieder in Richtung Heimat.
Heimat?????
In meine neue Heimat.
Eigentlich der ersten, richtigen in meinem ganzen langen Leben.

Die ersten Jahre in Berlin, das aufwachsen, die Schule, waren schnell vorbei.
Da war ich ein Kind.

Dann wurde ich von den Wirren des Krieges und der Besatzungszeit in seinen Bann  und Fron gezogen.
Gefangenschaft, Vagabundieren, nirgends willkommen sein ,
einfach überleben, waren die nächsten Jahre.

Alsdorf wurde dann mein längster Aufenthaltsort.
Hier habe ich gearbeitet, geheiratet und gelebt.
Seeeehr lange.
Zu lange.
Denn heimisch habe ich mich dort nie gefühlt.
Es wäre müssig darüber zu debattieren woran das lag.
Der Gründe bestimmt sehr viele.
Es lag bestimmt auch zum einen an mir selbst, meiner Person und meiner persönlichen Sicht der Dinge.

Denn der Übergang damals aus einer Grossstadt, in ein vom Leben vergessenes Dorf, war schon gewaltig.

Der Arbeitsplatz in Alsdorf konnte zu meinem Betrieb, in dem ich gelernt hatte, nicht gegenteiliger sein.
Die mich umgebenden Menschen hier waren Fremde wie ich und alle sehr auf sich selbst bedacht.
Die Einheimischen wollten die Fremden nicht.

Die Familie, in der ich dann eingeheiratet hatte, hat mich 61 Jahre nicht akzeptiert.
Bis auf das was, was sie von mir abstauben konnten.
DAS war immer gefragt.
Menschlich blieb ich ihnen ein Fremder.
Man sieht es auch daran, das ich nach dem Tode meiner Frau, nach 61 jähriger Ehe, den letzten persönlichen oder telefonischen Kontakt mit ihnen am Beerdigungstage hatte.
Trotzdem alle wußten: 
Der Gerhard hat niemanden mehr und ist (war damals) im Haushalt eine Niete.

Die Landschaft war nur annehmbar, wenn man kilometerweit weg fuhr.
Ich habe mich nie für die glühenden, auch heute noch  Gas ausstossenden Bergehalden, begeistern können.

Meine zahlreichen Urlaubsreisen hatten mich immer entschädigt.
Ich wusste, die Welt ist wunderschön.
Und auch die Menschen können überall angenehm sein, so man ihnen vernünftig entgegen kommt und sie bereit sind jemanden an zu erkennen.

All das habe ich nun in Bayern gefunden.
Die Menschen und die Natur.
Man hat mich aufgenommen und meine Art akzeptiert.
Was will ich mehr?

Das es leider ein halbes Leben zu spät ist, kann man nicht mehr ändern.
Es ist ja auch meine Schuld.
Ich hätte viele Jahre früher die Reissleine ziehen sollen.
Im Beruf.
In der Ehe.
Und in der Region wo ich wohnte.

Warum eigentlich tat ich es nicht?

Die eigene Feigheit und die Angst vor der Ungewissheit war es.

Nun geniesse ich jeden mir noch verbleibenden Tag in meiner neuen "Heimat"und in Orten in denen ich mich immer wohlgefühlt hatte und in denen man mich mochte.
Ich bin mit mir und allem mich umgebenden zufrieden.
Kann man mehr erwarten?

Ein Rat an EUCH vielleicht?

Macht es nicht wie ich.
Fügt euch nicht ein oder versucht es den anderen recht zu machen. 
Es gelingt euch nie!

Lebt EUER Leben.

Geht ein Risiko ein.
Fangt neu an.
Es wird immer besser sein als der ewige Kampf um Anerkennung oder Aufnahme in eine andere Gruppe.

Lebt jeden Tag als wäre es euer letzter.

Ich freue mich nun auf zu Hause.